Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erwartet, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland vorerst nicht weiter sinken wird. Das zur Bundesagentur für Arbeit (BA) gehörige IAB bezieht sich bei dieser Aussage auf Ergebnisse einer Umfrage unter den BA-Außenstellen in ganz Deutschland. Dort wird damit gerechnet, dass in den nächsten Monaten viele Flüchtlinge auf den Arbeitsmarkt strömen werden. Das ist auch der Grund, warum das vom IAB erhobene Arbeitsmarktbarometer im August zum dritten Mal in Folge gesunken ist - um 0,3 Punkte auf 100,4.
"Angesichts der vielen Arbeitsmarkteintritte von Flüchtlingen wird die Arbeitslosigkeit zunächst nicht mehr wesentlich sinken. Danach kann der Trend aber weitergehen, der Arbeitsmarkt läuft grundsätzlich sehr gut", prognostiziert IAB-Abteilungsleiter Enzo Weber in einer Pressemitteilung. Weber weist darauf hin, dass der die Perspektiven für die Beschäftigungsentwicklung weiter "exzellent" seien. "Die Arbeitsagenturen sehen einen konstant hohen Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften", konstatierte er.
Im Hinblick auf Herausforderungen wie die Flüchtlingszuwanderung oder die problematischen Entwicklungen in der Automobilwirtschaft ist der Arbeitsmarkt laut Weber "sehr gut aufgestellt". Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der BA unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert.
Die BA wird am Donnerstag Arbeitslosenzahlen für August veröffentlichen. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwarten einen Rückgang der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl um 5.000 und eine unveränderte Quote von 5,7 Prozent.
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August 29, 2017 04:13 ET (08:13 GMT)
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