Von Thomas Rossmann
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Spanien-Krise und die Konsolidierung im Luftfahrtsektor haben zu Wochenbeginn an den europäischen Aktienmärkten im Fokus gestanden. Belastet von schwachen Kursen in Madrid legte der Euro-Stoxx-50 lediglich um 0,2 Prozent auf 3.603 Punkte zu. Für den DAX ging es hingegen um 0,6 Prozent auf 12.903 Punkte nach oben. Allerdings sei der Handel in Deutschland im Vorfeld des Feiertages in ruhigen Bahnen verlaufen, hieß es.
Im frühen Geschäft war der DAX schon bis auf knapp 50 Punkte an sein Allzeithoch bei 12.952 Punkten herangelaufen. Im Verlauf flachte dann zunächst das Geschäft immer mehr ab, im späten Geschäft aber zeigte sich der Index wieder etwas erholt. Der deutlich besser als erwartet ausgefallene ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe aus den USA setzte am Nachmittag in Europa indes kaum einen Impuls.
Branchenkonsolidierung verleiht Fluggesellschaften Flügel
Größter Gewinner im DAX war die Lufthansa-Aktie mit einem Kursaufschlag von 3,4 Prozent. "Die Konsolidierung in der europäischen Luftfahrtindustrie geht weiter", sagte ein Marktteilnehmer mit Blick auf die Pleite von Monarch. Bereits die Pleite von Air Berlin hatte die Konkurrenten stark gestützt. IAG stiegen um 2,2 Prozent, Easyjet legten um 6,6 Prozent zu, Thomas Cook verbesserten sich um 3,1 Prozent und Air France-KLM stiegen um 1,9 Prozent. Der Freizeitsektor, in dem die Luftfahrtbranche gelistet ist, gewann 0,9 Prozent.
Im DAX legten auch Infineon, Adidas und Deutsche Post weiter zu. Dagegen verloren Deutsche Bank 1,0 Prozent. "Die Abstufung der Bonität durch Fitch, die Erwartung einer schwachen Entwicklung im dritten Quartal und eine erneute Strafzahlung von 190 Millionen Dollar in den USA lasten auf dem Kurs", sagte ein Marktteilnehmer. Hinzu kämen noch Zweifel an der Stabilität von Großaktionär HNA.
Auch VW gaben wieder leicht nach und verloren 0,3 Prozent, nachdem die weiteren Rückstellungen von 2,5 Milliarden Euro für den Dieselskandal schon am Freitag an der Glaubwürdigkeit gezehrt hatten. "Der erhoffte Schlussstrich war wohl keiner", sagte ein Händler.
Spaniens Banken unter Druck
Der spanische Leitindex Ibex-35 verlor 1,2 Prozent und zählte damit zu schwächsten Länderindizes. Belastet wurden spanische Aktien vom Referendum in Katalonien. "Derzeit ist noch keine Lösung der Krise in Sicht", so ein Händler. Zwar bewerteten Marktteilnehmer diese erst einmal nur als nationale und politische Belastung. "Sollten die Beteiligten die Krise allerdings nicht schnell lösen oder sich diese noch verschärfen, könnte das die Wirtschaft in Spanien belasten und auch andere europäische Staaten erfassen", ergänzte ein Marktteilnehmer.
Unter Druck standen besonders die Kurse der spanischen Banken, auch weil die Renditen der spanischen Anleihen stiegen und der Renditeabstand zu Bundesanleihen nun wieder zunahm. Santander gaben 1,6 Prozent ab und BBVA fielen um 2,4 Prozent. Der europäische Banken-Index reduzierte sich um 0,2 Prozent.
Der Euro fiel mit der Krise um Katalonien auf 1,1743 Dollar, nach Ständen um 1,1820 Dollar im späten US-Handel am Freitag. "Der Lärm um die katalanische Unabhängigkeit wird den Euro wahrscheinlich bremsen und dürfte eine tiefere technische Korrektur begünstigen", sagte Viraj Patel, Devisenstratege bei der Rabobank.
Hapag Lloyd steckt Bezugsrechtsabschlag weg
Hapag Lloyd wurden nun erstmals "ex" gehandelt. Das Bezugsrecht wurde mit 0,42 Euro gehandelt. Auf Basis des Schlusskurs vom Freitag hätte sich ein fairer Wert für die Aktie 35,37 Euro errechnet, sie zog aber sogar leicht an auf 35,50 Euro. "Ein Vorteil ist, dass die Ankeraktionäre die Kapitalerhöhung garantiert haben", sagte ein Marktteilnehmer. Ein Überhang an neuen Aktien sei also unwahrscheinlich.
Der Containerschifffahrtskonzern erhöht das Kapital im Verhältnis 14 zu 1. Die neuen Aktien werden 30 Euro kosten. Der Bezugsrechtshandel findet bis zum 11. Oktober statt.
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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.602,69 +7,84 +0,2% +9,5%
Stoxx-50 3.191,29 +18,50 +0,6% +6,0%
Stoxx-600 390,13 +1,97 +0,5% +7,9%
XETRA-DAX 12.902,65 +73,79 +0,6% +12,4%
FTSE-100 London 7.438,84 +66,08 +0,9% +4,1%
CAC-40 Paris 5.350,44 +20,63 +0,4% +10,0%
AEX Amsterdam 541,04 +3,98 +0,7% +12,0%
ATHEX-20 Athen 1.953,14 -27,50 -1,4% +12,2%
BEL-20 Brüssel 4.031,64 +13,89 +0,3% +11,8%
BUX Budapest 37.751,85 +461,20 +1,2% +18,0%
OMXH-25 Helsinki 3.995,05 +18,82 +0,5% +8,6%
ISE NAT. 30 Istanbul 127.252,74 +1138,22 +0,9% +33,3%
OMXC-20 Kopenhagen 1.037,73 +13,59 +1,3% +17,4%
PSI 20 Lissabon 5.409,57 -10,53 -0,2% +15,4%
IBEX-35 Madrid 10.255,70 -125,80 -1,2% +9,7%
FTSE-MIB Mailand 22.811,19 +114,87 +0,5% +18,6%
RTS Moskau 1.129,37 -7,38 -0,6% -2,0%
OBX Oslo 715,30 +1,62 +0,2% +15,8%
PX-GLOB Prag 1.380,36 +8,35 +0,6% +15,2%
OMXS-30 Stockholm 1.640,65 +2,83 +0,2% +8,1%
WIG-20 Warschau 2.469,58 +16,12 +0,7% +26,8%
ATX Wien 3.345,07 +29,10 +0,9% +27,8%
SMI Zürich 9.242,15 +84,69 +0,9% +12,4%
DEVISEN zuletzt +/- % Mo., 8:04h Fr, 18.50 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1743 -0,20% 1,1766 1,1802 +11,7%
EUR/JPY 132,27 -0,43% 132,84 132,92 +7,6%
EUR/CHF 1,1438 +0,15% 1,1421 1,1445 +6,8%
EUR/GBP 0,8851 +0,51% 0,8806 1,1347 +3,8%
USD/JPY 112,63 -0,25% 112,91 112,60 -3,7%
GBP/USD 1,3267 -0,70% 1,3360 1,3392 +7,5%
ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 50,22 51,67 -2,8% -1,45 -12,0%
Brent/ICE 55,73 56,79 -1,9% -1,06 -5,0%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.274,48 1.279,73 -0,4% -5,25 +10,7%
Silber (Spot) 16,66 16,65 +0,0% +0,01 +4,6%
Platin (Spot) 915,05 912,90 +0,2% +2,15 +1,3%
Kupfer-Future 2,94 2,95 -0,3% -0,01 +16,4%
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October 02, 2017 12:08 ET (16:08 GMT)
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