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12.10.2017 | 17:20
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HSH Nordbank·Mehr Nachrichten von HSH Nordbank

Am 15. Oktober muss die US-Regierung um Präsident Trump dem US-Kongress mitteilen, ob sich der Iran an das Atomabkommen hält. Der US-Präsident ist ein lautstarker Gegner dieses Abkommens. Trump nannte den Vertrag schon während des Wahlkampfs "das schlechteste jemals ausgehandelte Abkommen". Es ist nicht auszuschließen, dass Trump das Abkommen für gescheitert erklärt und damit den Ball der Entscheidung über das Schicksal des Deals an den Kongress weiter gibt. Dann müsste der US-Kongress binnen 60 Tagen entscheiden, ob neue Sanktionen gegen den Iran verhängt werden. Ob sich dafür eine Mehrheit im US-Parlament findet, ist aber fraglich. Das Abkommen aus dem Jahr 2015 erlaubt dem Iran die zivile Nutzung von Kernenergie, allerdings muss das Land sein Atomwaffenprogramm einstellen. Sieben internationale Überprüfungen haben bislang keine Hinweise ergeben, dass sich der Iran nicht an den Deal hält.

Seit dem Ende der Sanktionen zu Jahresbeginn 2016 konnte der Iran die Ölförderung von 2,8 Mio. auf 3,8 Mio. Barrel/Tag ausweiten. Die Exporte stiegen seither von 1,2 Mio. auf 2,2 Mio. Barrel/Tag). Etwa 60 % der gesamten Exportvolumens gehen nach Asien, insbesondere nach China (600 Tsd. Barrel/Tag) und Indien (~450 Tsd. Barrel). Seit dem Ende der Sanktionen wurde auch verstärkt nach Europa exportiert, wobei der europäische Anteil etwa 25 % der gesamten iranischen Ölexporte ausmacht. Das größte Risiko für den Iran im Falle einer Wiedereinführung der Sanktionen könnte die wegfallende Nachfrage aus Europa sein. Weniger weil sich die Länder den möglichen neuen US-Sanktionen anschließen, sondern vielmehr aus Furcht vor möglichen Sanktionsverstößen durch den von den USA verhängten Maßnahmen. Dies würde den Iran dazu veranlassen neue Abnehmer für das produzierte Öl zu finden, was aller Wahrscheinlichkeit nach asiatische Ländern sein dürften, welche auch die Hauptabnehmer während früherer Sanktionen waren.

Unsicherheit besteht zudem darüber, ob sich der Schifffahrtssektor und internationale Versicherungsunternehmen an einem weiteren Handel des Iran und den Abnehmerländern in Asien beteiligen können. Beide Sektoren waren Schlüsselfaktoren bei der starken Ölproduktions- und Exporteinschränkung in den Jahren 2012-2015. Ohne Sanktionen gegenüber dem Schifffahrtssektor dürfte die Ölproduktion nahezu unberührt bleiben, da asiatische Raffinerien in der Lage sein sollten, die zusätzlichen, nicht nach Europa gelieferten, Barrel zu absorbieren. Attraktiv könnte dies für asiatische Raffinerien vor allem deshalb sein, weil diese durch die gewonnene Marktmacht gegenüber dem Iran einen deutlichen Abschlag auf Lieferungen verhandeln können. Insgesamt dürfte durch eine mögliche neuerliche Einführung von Sanktionen nur wenige Hundertausend Barrel/Tag an iranischen Exporten gefährdet sein - vorausgesetzt, es gibt keine Sanktionen gegenüber dem Schifffahrtssektor.

Die mögliche Aufkündigung des Iran-Abkommens durch die USA hängt wie ein Damoklesschwert über der geplanten internationalen Ausschreibung für 40 Ölfelder im Iran. Mit einem Förderpotenzial von 3 Mio. Barrel/Tag schaffen die 40 Felder eine höhere Tagesproduktion als Nigeria. Das Interesse internationaler Ölkonzerne am Zugang zu diesen Feldern ist sehr groß. Bisher wurden verschiedene Absichtserklärungen (Memorandum of Understanding) zur Erforschung von Projekten im Rahmen des neuen "Iranian Petroleum Contract" unterzeichnet, allerdings bisher nur wenige feste Verpflichtungen eingegangen. So wurden mehrere internationale Ölkonzerne damit beauftragt technische und kommerzielle Entwicklungspläne für das Gebiet von Azadegan (Reserven: 33,2 Milliarden Barrel) vorzulegen. Wenn US-Sanktionen wieder eingeführt würden, würde es westlichen Ölkonzernen schwerfallen, im Iran zu operieren, so dass eine viel kleinere Gruppe von Unternehmen bereit und in der Lage ist, zu investieren, was sich auf zukünftige Produktionswachstumspläne auswirken könnte.


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