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01.12.2017 | 12:00
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HSH Nordbank·Mehr Nachrichten von HSH Nordbank

OPEC vor Verlängerung des Förderabkommens. Unsicherheit besteht lediglich über die Dauer.

Die OPEC-Staaten finden sich am Donnerstag (30.11.) zu ihrer halbjährlichen Sitzung in Wien ein. Auf dem Treffen der OPEC-Minister, dem russischen Energieminister und weiterer Förderländer soll über eine Verlängerung des im März 2018 auslaufenden Förderabkommens entschieden werden. In diesem Abkommen ist vereinbart, dass die elf teilnehmenden OPEC-Staaten - Libyen und Nigeria sind ausgenommen - zusammen mit den elf Nicht-OPEC-Staaten, darunter der weltweit größte Produzent Russland, die Fördermenge um 1,8 Mio. Barrel/Tag ggü. den Referenzniveaus vom Oktober 2016 kürzen.

Während die Verlängerung des Abkommens als sehr wahrscheinlich angesehen wird, herrscht Unsicherheit über die Dauer dieser Maßnahme. Saudi-Arabien unterstützt eine Verlängerung der Angebotskürzungen um neun Monate, wohingegen Russland eine Dauer von maximal sechs Monaten für ausreichend hält. Dieser Dissens gründet sich aus einer unterschiedlichen Interpretation des Fortschritts des Öllagerabbaus. Saudi-Arabien sieht die Normalisierung der Öllagerbestände gegenwärtig noch nicht erreicht. Gemäß den Zahlen der IEA beträgt der Überschuss (gegenwärtiges Niveau oberhalb des Fünfjahresdurchschnitts) noch immer knapp 120 Mio. Barrel. Russland dagegen sieht eine Normalisierung der Öllagerbestände nahezu erreicht. Denn Russland zieht eine andere Metrik heran. So misst der größte Ölproduzent der Welt die Öllagerbestände nicht in absoluten Zahlen, sondern "in Tagen der Öl-Nachfrage der OECD-Staaten". Gemessen "in Tagen der Nachfrage" ist der Normalisierungsprozess bereits nahezu erreicht, sodass eine kürzere Dauer der Verlängerung für die mittel- bis langfristige Marktentwicklung der bessere zu begehende Weg wäre, um den Lagerabbau nicht zu "heiß laufen" zu lassen. Auch der zuletzt stark gestiegene Ölpreis auf zwischenzeitlich 65 US-Dollar/Barrel (+43 % seit Mitte Juni) bereitet einigen beteiligten Ländern Sorgen. So ist zu erwarten, dass die gegenwärtig höheren Ölpreisnotierungen eine Angebotsreaktion nicht nur im US-Schieferölsektor hervorrufen könnte. Auch Produzenten mit einer höheren Kostenstruktur, die zudem gegenwärtig noch freie Kapazitäten besitzen, darunter China und Brasilien, dürften beim gegenwärtigen Preisumfeld verstärkt Anreize haben, die Fördermenge auszuweiten.

Dies kann nicht im Interesse der OPEC-Staaten und Russlands sein. Denn unserer Ansicht nach haben sich die beteiligten Länder dazu verständigt genau drei Ziele zu erreichen: Normalisierung der Öllagerbestände, Marktanteilgewinnung zur Sicherung langfristiger Staatseinnahmen und den Ausbau der Kapazitäten gemäß dem Ölbedarf der Zukunft. Verlängert das Ölkartell das Abkommen zu lange und kommt es zu einer Überhitzung des Öllagerabbaus im Sinne stark steigender Preise. Dies würde zwar kurzfristig zu einem deutlich sichtbaren Anstieg der Haushaltseinnahmen führen, mittel- bis langfristig käme es dagegen zu Rückgängen bei den Einnahmen durch einen Einbruch der Ölpreise und Marktanteilsverluste. Sendet die OPEC mit einer Entscheidung zur Verlängerung des Abkommens um neun Monate ein "bullishes" Preissignal aus, dürfte dies den Ölpreisen Auftrieb verleihen und diese bis Mitte des ersten Quartals bei oberhalb von 65 US-Dollar/Barrel stabilisieren. Mittel- bis langfristig bewirkt eine Verlängerung um neun Monate genau das Gegenteil. Wir sehen daher Abwärtsrisiken für unsere Jahresdurchschnittsprognose von 53 US-Dollar/Barrel für Brent im Jahr 2019.

Fazit: So sehr sich die OPEC bemüht, mit Förderkürzungen die Kräfteverhältnisse am Ölmarkt nach eigenen Vorstellungen geradezubiegen: es wird ihr auf Dauer nicht gelingen. Im kommenden Jahr dürften sich die Länder über relativ hohe Ölpreise freuen. Im Jahr 2019 und in den darauffolgenden Jahren droht jedoch erneut ein Einbruch der Preise.


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