FRANKFURT (Dow Jones)--Die IG Metall droht überraschend wieder mit einer Ablehnung der geplanten Stahlfusion von Thyssenkrupp mit dem indischen Hersteller Tata. Die geplante Führungs- und Finanzstruktur für das holländische Tata-Stahlwerk in Ijmuiden, das Teil des neuen Stahlkonzerns werden soll, sei zu keinem Zeitpunkt von Thyssenkrupp erwähnt worden, sagte der frühere Gewerkschaftschef Detlef Wetzel, der die IG Metall im Aufsichtsrat der Thyssenkrupp-Stahlsparte vertritt und Vize-Vorsitzender des Kontrollgremiums ist, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.
Tata Steel soll in den Niederlanden weiterhin die Verfügungsgewalt über die erzielten Gewinne behalten. "Sollte sich das als Tatsache erweisen, wäre das für uns völlig inakzeptabel. Es kann doch nicht sein, dass sich die niederländische Gesellschaft völlig von den Risiken des Joint Ventures freistellen lässt. Unter solchen Voraussetzungen könnten wir dem auf keinen Fall zustimmen", sagte Wetzel der Zeitung. Bei der IG Metall gibt es die Befürchtung, dass künftig die deutschen Standorte für mögliche Verluste im Ausland - etwa im britischen Tata-Stahlwerk Port Talbot - aufkommen müssen.
Thyssenkrupp will mit Tata den zweitgrößten Stahlkonzern in Europa mit 48.000 Mitarbeitern und Werken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden formen.
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March 28, 2018 09:40 ET (13:40 GMT)
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