FRANKFURT (Dow Jones)--Die Anleihemärkte stehen weltweit unter Druck. Diesem können sich die Bundesanleihen nicht entziehen. Gute Gründe, auf diesem Niveau Bundesanleihen zu kaufen, fehlen. Spannend wird es in der kommenden Woche, wenn sich die Europäische Zentralbank am Donnerstag trifft.
Das Protokoll zur EZB-Ratssitzung im Dezember enthielt nach Einschätzung der Anleihestrategen der Commerzbank recht konkrete Hinweise, dass die Notenbank ihren Ausblick (Forward Guidance) bald ändern wird. So könnte die EZB im Fall einer enttäuschenden Inflation nicht mehr eine Ausweitung des Kaufprogramms in Aussicht stellen, sondern den Einsatz "aller verfügbaren Instrumente". Die Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet diesen Schritt für die März-Sitzung.
Die erste Zinserhöhung erwartet die Commerzbank erst in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres. Mit einer Arbeitslosenquote von 8,7 Prozent herrsche im Durchschnitt des Euroraums noch immer Massenarbeitslosigkeit. Deshalb dürften die Löhne wohl kaum bald auf breiter Front anziehen und die Kerninflation zumindest in diesem Jahr bei rund 1 Prozent verharren.
Der März-Kontrakt des Bund-Futures verliert sechs Ticks auf 160,43 Prozent. Das Tageshoch liegt bislang bei 160,45 Prozent und das -tief bei 160,37 Prozent. Umgesetzt wurden bisher 14.885 Kontrakte. Der BOBL-Futures gewinnt einen Tick auf 131,16 Prozent.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/thl/flf
(END) Dow Jones Newswires
January 19, 2018 02:57 ET (07:57 GMT)
Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
