Mainz (ots) - Was für ein Skandal, was für eine Ansammlung moderner Bösewichte: die weltgrößte Datenkrake Facebook, die windige Wählerbeeinflussungsfirma Cambridge Analytica und der skrupellose Ex-Trump-Flüsterer Steve Bannon - willkommen in der Online-Hölle. Dabei haben alle drei nur ihren Job gemacht. Dass das Netzwerk jeden Datenschnipsel einsammelt, um ihn gewinnbringend an den Meistbietenden zu verkaufen, damit dieser gezielt Werbung machen und das Verhalten der Mitglieder steuern kann - das ist nun mal das Geschäftsmodell von Facebook. Und dass dieser riesige Datenberg neben Geschäftemachern auch Meinungsmanipulierer anlockt, liegt auf der Hand - deshalb ist es ein geradezu böswilliger Verdummungsversuch Facebooks, sich auch noch als Opfer darzustellen. Genau genommen hat Cambridge Analytica ja auch gar keine Daten "geklaut", sondern es hat Facebook einfach so genutzt, wie es eben auch genutzt werden kann. Wobei einschränkend zu sagen ist: Die Firma macht sehr viel Getöse um ihren Einfluss; und sie liefert den Trump-Gegnern den lang ersehnten "Beweis", dass bei dessen Wahl böse Mächte am Werk waren. Ob sie die Wahl tatsächlich entschieden hat? Das weiß kein Mensch. Was Facebook-Chef Zuckerberg jetzt aber weiß: Die Bereitschaft, seinem Netzwerk auf allen Wegen zu folgen, ist endlich. Es sind nicht die Datenschützer oder gar die Politik, die ihm ein Problem bereiten - sondern es sind seine Geschäftspartner und seine Aktionäre. Ein Absturz an der Börse ist womöglich das einzige Signal, das bei Facebook ein Umdenken bewirken kann. Wenn der Milliardenverlust dazu führt, dass das Unternehmen endlich mehr Verantwortung dafür übernimmt, was auf der Plattform geschieht, dann hat dieser Skandal etwas sehr Gutes.
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