Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires
TAGESTHEMA
China hat sich im Handelskonflikt mit den USA gesprächsbereit und zugleich kämpferisch gezeigt. "China ist bereit, seine nationalen Interessen zu verteidigen", sagte Vize-Regierungschef Liu He laut der staatlichen chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Wochenende in einem Telefonat mit US-Finanzminister Steven Mnuchin. Er prangerte demnach Washingtons Untersuchung wegen mutmaßlicher chinesischer Patentrechtsverstöße an. Laut Liu verletzen die USA damit internationales Handelsrecht. Zugleich äußerte Liu seine Hoffnung, dass beide Seiten in dem Konflikt "rational" bleiben und zusammenarbeiten, um die Handelsbeziehungen zu "retten". Liu und Mnuchin hätten vereinbart, weiter im Gespräch zu bleiben, meldete Xinhua.
AUSBLICK KONJUNKTUR
14:30 US/Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) Februar
ÜBERSICHT INDIZES
INDEX Stand +/- % S&P-500-Future 2.619,00 +0,82% Nikkei-225 20.628,35 +0,05% Hang-Seng-Index 30.162,33 -0,48% Kospi 2.429,88 +0,54% Shanghai-Composite 3.106,66 -1,47% S&P/ASX 200 5.790,50 -0,52%
FINANZMÄRKTE
OSTASIEN (VERLAUF)
Trotz sehr schwacher Vorgaben von der Wall Street halten sich am Montag die Verluste an den Börsen in Ostasien und Australien meist in Grenzen. Die Angst vor einem Handelskrieg lasse nach, sagen Marktteilnehmer und verweisen auf Aussagen des US-Finanzministers Steven Mnuchin. Dieser hatte dem Sender Fox News gesagt, er sei vorsichtig optimistisch, dass die USA und China eine Lösung finden würden, um die Strafzölle zu vermeiden. Zuvor hatten die USA mit Südkorea eine Vereinbarung getroffen, nach der das Land weniger Stahl in die USA exportiert und dafür von den Strafzöllen ausgenommen bleibt. Der Kurs des südkoreanischen Stahlkonzerns Posco steigt um 2,5 Prozent. Für die Aktien des chinesischen Stahlherstellers Angang Steel geht es hingegen in Hongkong im Sog fallender Stahlpreise um 2,8 Prozent nach unten. Die Aktien des Aluminiumkonzerns Chalco verbilligen sich um 0,9 Prozent. In Tokio stehen vor allem Technologiewerte unter Druck, nachdem die Branchenwerte in den USA am Freitag überdurchschnittlich heftige Kursverluste verzeichnet hatten. Unter anderem fällt der Kurs des Chipherstellers Tokyo Electron um 2,6 Prozent. Auf dem japanischen Aktienmarkt lastet auch der nach wie vor feste Yen, der als Fluchtwährung von der Nervosität wegen des drohenden Handelskriegs profitiert.
US-NACHBÖRSE
Dropbox haben nach dem fulminanten Börsendebüt am Freitag ihren Anstieg im nachbörslichen Handel fortgesetzt und weitere 1,1 Prozent gewonnen. Micron, die nach der Vorlage von Quartalszahlen um 8 Prozent eingebrochen waren, verloren nach der Schlussglocke weitere 1 Prozent. Die Aktie war im vergangenen Jahr sehr gut gelaufen.
WALL STREET
INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 23.533,20 -1,77 -424,69 -4,80
S&P-500 2.588,26 -2,10 -55,43 -3,19
Nasdaq-Comp. 6.992,67 -2,43 -174,01 1,29
Nasdaq-100 6.508,09 -2,61 -174,17 1,75
Vortag
Umsatz NYSE (Aktien) 986 Mio 947 Mio
Gewinner 600 572
Verlierer 2.380 2.420
Unverändert 85 82
Sehr schwach - Die Angst vor einem Handelskrieg hat die US-Börsen mit deutlichen Kursverlusten ins Wochenende geschickt. Sehr gute Daten zu den Auftragseingängen langlebiger Wirtschaftsgüter vermochten das Blatt ebensowenig zu wenden wie der Umstand, dass eine Haushaltssperre in den USA durch die Unterschrift des Präsidenten unter das entsprechende Gesetz abgewendet wurde. Verkauft wurden vor allem Finanz- und Technologiewerte. Gegen den Trend gesucht waren an der Börse Aktien von Rüstungsunternehmen. Marktteilnehmer verwiesen auf die Ernennung des Hardliners John Bolton zum Nationalen Sicherheitsberater und die dadurch gestiegenen geopolitischen Risiken. Lockheed Martin gewannen 2,8 Prozent und Northrop Grumman 2,1 Prozent. Raytheon legten um 2,6 Prozent zu. Auch die Boeing-Aktie profitierte mit einem Plus von 0,4 Prozent. Nike gewannen 0,3 Prozent. Der Sportartikelhersteller hatte im dritten Geschäftsquartal auf bereinigter Basis besser als erwartet abgeschnitten. Micron fielen dagegen um 8 Prozent. Der Halbleiterkonzern hat bei der Vorlage der Geschäftszahlen von Problemen an einem Produktionsstandort berichtet, die im laufenden Quartal die Chipproduktion beeinträchtigen dürften. Pfizer ermäßigten sich um 3,1 Prozent. Nach Reckitt Benckiser ist nun auch Glaxosmithkline aus dem Bieterrennen um das Verbrauchergesundheitsgeschäft von Pfizer ausgestiegen. Der Börsengang von Dropbox verlief trotz des widrigen Umfelds äußerst positiv. Die Aktie notierte zum Handelsschluss bei 28,48 Dollar und damit fast 24 Prozent über dem Ausgabepreis von 23 Dollar.
TREASURYS
US-Anleihen Laufzeit Akt. Rendite Bp zu Vortag Rendite Vortag +/-Bp YTD 2 Jahre 2,26 -1,2 2,27 106,0 5 Jahre 2,60 -2,2 2,62 67,9 7 Jahre 2,73 -1,4 2,75 48,7 10 Jahre 2,81 -1,3 2,82 36,7 30 Jahre 3,06 -0,2 3,06 -0,7
Nach dem Höhenflug des Vortages stiegen die Notierungen am Rentenmarkt nur noch moderat. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank um 1 Basispunkt auf 2,81 Prozent.
DEVISEN
DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 09:28 % YTD EUR/USD 1,2370 +0,1% 1,2361 1,2332 +3,0% EUR/JPY 129,87 +0,4% 129,41 129,47 -4,0% EUR/GBP 0,8737 +0,0% 0,8737 0,8740 -1,7% GBP/USD 1,4158 +0,1% 1,4149 1,4110 +4,7% USD/JPY 104,98 +0,3% 104,67 105,00 -6,8% USD/KRW 1083,87 0% 1083,87 1079,28 +1,5% USD/CNY 6,3136 -0,0% 6,3160 6,3238 -3,0% USD/CNH 6,3089 -0,1% 6,3128 6,3208 -3,2% USD/HKD 7,8482 +0,0% 7,8465 7,8485 +0,4% AUD/USD 0,7723 +0,3% 0,7702 0,7723 -1,2% NZD/USD 0,7268 +0,5% 0,7235 0,7243 +2,4% Bitcoin BTC/USD 8.511,59 -1,3% 8.625,36 8.524,83 -31,24
Der Dollar gab mit der Angst vor einem Handelskrieg und steigenden geopolitischen Risiken nach. Der Euro stieg auf gut 1,2360 Dollar. Zur japanischen Währung, die als sicherer Hafen in Krisenzeiten gilt, fiel der Greenback auf den tiefsten Stand seit der US-Präsidentschaftswahl 2016.
++++ ROHSTOFFE +++++
ÖL
ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 65,65 65,88 -0,3% -0,23 +8,9% Brent/ICE 70,36 70,45 -0,1% -0,09 +6,9%
Die Ölpreise erholten sich nach dem Preisverfall des Vortages - auch begünstigt durch die Dollarschwäche und die Aussicht auf neue Sanktionen gegen Iran. Der saudische Energieminister Khalid al-Falih hatte noch einmal die Bereitschaft des Erdölkartells Opec bekräftigt, die mit Nicht-Mitgliedern ausgehandelten Förderbegrenzungen ins nächste Jahr zu verlängern. Dass laut Daten des Unternehmens Baker Hughes in den USA aus so vielen Bohrlöchern Öl gefördert wird wie seit drei Jahren nicht mehr, belastete die Preise nicht. US-Leichtöl der Sorte WTI verteuerte sich um 2,5 Prozent auf 65,88 Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent um 2,2 Prozent auf 70,45 Dollar.
Am Montagmorgen kommen die Ölpreise etwas zurück. Auslöser der Gewinnmitnahmen ist die Nachricht, dass Saudi-Arabien nach eigenen Angaben sieben Raketen aus dem Jemen abgefangen hat. In Riad seien herabfallende Trümmerteile in ein Wohnhaus eingeschlagen und hätten dort einen Menschen getötet.
METALLE
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.346,54 1.347,31 -0,1% -0,78 +3,4% Silber (Spot) 16,57 16,57 0% 0 -2,2% Platin (Spot) 950,00 949,25 +0,1% +0,75 +2,2% Kupfer-Future 2,95 2,98 -1,1% -0,03 -10,8%
Der schwache Dollar und die Sorgen über den Handelskrieg trieben den Goldpreis weiter. Die Feinunze verteuerte sich um weitere 1,2 Prozent auf 1.347 Dollar. Mit der Ernennung des Hardliners John Bolton zum Nationalen Sicherheitsberater steigen auch die geopolitischen Risiken - gerade mit Blick auf Nordkorea und den Iran. Auch diese Personalie trieb den Preis des Edelmetalls.
MELDUNGEN SEIT VORTAG, 20.00 UHR
INNENPOLITIK USA
Trotz seiner vorherigen Drohung mit einem Veto hat US-Präsident Donald Trump ein vom Kongress verabschiedetes Haushaltsgesetz mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt. Damit wurde eine neue Haushaltssperre für die Bundesbehörden abgewendet - ohne neues Gesetz wäre die Blockade in der Nacht zum Samstag in Kraft getreten.
DATENSCHUTZ USA
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March 26, 2018 01:44 ET (05:44 GMT)
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