Das Umweltbundesamt (UBA) hat einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach die Koalitionseinigung zur Beilegung der Dieselkrise nach Ansicht der Behörde nicht ausreicht, um Fahrverbote in deutschen Städten zu verhindern. Die vom Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" (Samstag) zitierte UBA-Abteilungsleiterin Luft, Marion Wichmann-Fiebig, "distanziert sich ausdrücklich von den Zitaten", wie ein UBA-Sprecher am Freitag mitteilte. Der "Spiegel" blieb hingegen bei seiner Darstellung.
Demnach hatte Wichmann-Fiebig mit Blick auf die Koalitionseinigung gesagt: "Wir sehen nicht, dass sich damit die Grenzwerte bis 2020 einhalten lassen werden." Weil sich bereits der Autoaustausch nach dem Dieselgipfel 2017 wenig auf die Luftqualität ausgewirkt habe, sei fraglich, ob der Umtausch älterer Dieselfahrzeuge gegen neue Wagen wirksam wäre, zitierte der "Spiegel" die Abteilungsleiterin weiter. Zudem kritisierte Wichmann-Fiebig demnach, dass die Prämien auf Neufahrzeuge besonders hoch ausfallen, wenn die Kunden größere Modelle wählen. Diese produzierten wiederum mehr Schadstoffe.
Das UBA betonte hingegen am Freitag, die bisherige Haltung der Behörde, die dem Umweltministerium nachgeordnet ist, zur Einigung von Union und SPD auf ein Diesel-Paket bleibe unverändert. "Wir müssen das erst bewerten. Das können wir erst, wenn die konkreten Zusagen der Hersteller zu Nachrüstungen und Umtauschprämien auf dem Tisch liegen. Nachrüstungen sind die mit Abstand wichtigste Komponente im Paket", so der Sprecher./ngu/DP/she
AXC0221 2018-10-05/17:26
