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TeamViewer bekommt gerade etwas Wichtiges hin, das andere Software-Konzerne nur versprechen, denn die Berliner haben mit ihrer neuen ONE-Plattform ein System geschaffen, das wirklich funktioniert. Nicht als Marketing-Spaß, sondern als echte technische Leistung. Gartner hat das gerade wieder bestätigt und kürte das Unternehmen erneut zum Leader in der DEX-Kategorie. Und das, obwohl die Aktie am Markt immer noch von vielen stiefmütterlich behandelt wird. Große Kursverluste vom Hoch, von Analysten immer noch kopfschüttelnd betrachtet, von Oracle-Nachrichten runtergedrückt. Doch genau jetzt könnte es interessant werden für TeamViewer, denn die letzten Quartale zeigen, dass das Unternehmen weiß, was es tut. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache als der Kurs. Und die neue Plattform könnte der Schlüssel sein, den das Unternehmen lange gesucht hat.
Die Waffe heißt TeamViewer ONE
Was hat sich da bei TeamViewer wirklich verändert? Die Antwort darauf ist, dass die Berliner aufgehört haben, einzelne Funktionen zu verkaufen. Jetzt bündeln sie ein komplettes System unter einem Dach. Remote-Zugriff, digitale Arbeitsplätze, AR-Unterstützung und KI-gestützte Automatisierung, alles läuft über TeamViewer ONE. Das Gartner-Siegel ist da nur der äußere Beweis, aber der wahre Preis liegt darin, was diese Plattform für Unternehmen bedeutet. Der KI-Assistent Tia erkennt IT-Probleme automatisch. Sie behebt sie teilweise sogar selbstständig. Das spart Hunderte von Arbeitsstunden. Und während andere Software-Konzerne ihre Umsätze senken, um Kosten zu sparen, kann TeamViewer eine EBITDA-Marge von 45,3 Prozent halten. Das ist sehr viel, besonders wenn man sieht, dass das Enterprise-Geschäft sogar um 18 Prozent gewachsen ist. Das neue Geschäftsmodell rechnet sich bereits. Das Nettoergebnis stieg um 15 Prozent auf 34,2 Millionen Euro im ersten Quartal. Die Nettoverschuldung ist über vier Quartale um 15 Prozent gefallen. Marketing-Ausgaben werden zurückgehalten, um sie zum Launch der neuen ONE-Version auf volle Kraft hochzufahren. Und dann ist da noch die Apple Vision Pro. TeamViewer ist offizieller Partner. Wenn Apple mit der nächsten Generation im Enterprise-Segment Fahrt aufnimmt, ist TeamViewer mit dabei. Das ist ein echtes Upside-Szenario, das der Markt noch gar nicht richtig gespielt hat.

Charttechnik
Im April hat die Aktie den Abwärtstrend angegriffen uns ist seitdem um über 30 Prozent nach oben geklettert, ungefähr von 4,10 Euro auf aktuelle 5,53 Euro. In der Spitze war die Aktie schon über 6,60 Euro. Trotzdem liegt die Aktie aktuell unter einer entscheidenden Linie: dem 200er SMA auf Wochenschlusskurs-Basis. Dieser liegt aktuell bei 6,03 Euro. Diese Linie ist die Grenzmarkierung zwischen Auf- und Abwärtstrend. Solange die Aktie darunter notiert, bleibt der langfristige Abwärtstrend technisch intakt. Sollte die Aktie diese Marke nachhaltig überwinden, also einen Wochenschlusskurs über 6,03 Euro schaffen, dann ändert sich charttechnisch alles. Dann wäre nicht einfach nur eine kurzfristige Erholung gelungen. Dann hätte sich der langfristige Trend wirklich gedreht.
Was könnte dann passieren? Dann ist der Weg in Richtung 8 Euro plötzlich nicht mehr nur Träumerei, sondern könnte dann Wirklichkeit werden. Um 8 Euro ist das jene Zone, in der im Oktober 2025 ein massiver Abverkauf stattfand, ohne nennenswerte Korrektur. So eine Gegend wirkt auf jeden Kurs im Chart wie ein Magnet. Kurzfristig ist die Unterstützung um 5,40 Euro wichtig. Hält sie stand, gibt es einen neuen Versuch auf 6,50 Euro. Bricht sie, dann droht ein Rückfall bis etwa 4,60 bis 4,70 Euro. Der RSI ist mit 54 recht neutral. Die nächsten Tage und Wochen werden entscheidend sein, welcher Weg gewählt wird.
Was tun?
Die Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten, weil TeamViewer zwei Gesichter hat. Das eine ist grundsolide: EBITDA-Margen von über 45 Prozent, Gewinne von rund 80 Cent pro Aktie, sinkende Schulden. Ein Unternehmen, das seine Hausaufgaben macht. Das andere Gesicht ist ein wenig problematisch. Der Umsatz wächst kaum, im ersten Quartal sogar minus 0,4 Prozent. Ein Sentiment im Tech-Sektor, das kaum etwas mit Software-Aktien derzeit anfangen kann. Dennoch: Wer langfristig denkt und auch kein Risiko scheut, könnte mit einer kleineren Position starten, bereit zum Nachkauf, wenn die Aktie unter Druck kommt. Oder man wartet auf den Durchbruch über die 6-Euro-Marke ab. Aber die 8 Euro sind möglich, dennoch nicht garantiert.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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