DJ UPDATE: HeidelCement leidet unter Winter - CO2-Verkäufe heben Gewinn
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Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRESHEIDELBERG (Dow Jones)--Die HeidelbergCement AG hat den frühen Winterbeginn in Europa zu spüren bekommen und im vierten Quartal deshalb weniger Zement abgesetzt als im Vorjahr. Umsatz und operatives Ergebnis legten hingegen zu: Hier profitierte der Baustoffkonzern von anderen Faktoren, wie positiven Währungseffekten oder dem Verkauf von Emissionrechten.
So stieg das operative Ergebnis vor Abschreibungen (OIBD) im Schlussquartal auf 598 (Vorjahr: 496) Mio EUR und das operative Ergebnis auf 383 (290) Mio EUR. Der Verkauf von CO2-Rechten trug 147 Mio EUR zum Jahresgewinn bei, wobei der Großteil davon im vierten Quartal anfiel. Bereinigt darum lag das OIBD im Quartal um 5% und das operative Ergebnis um 7% unter dem Vorjahresniveau.
Den Umsatz steigerte HeidelbergCement im Quartal um 6% auf 2,9 Mrd EUR. Wechselkursschwankungen beim US-Dollar, asiatischen und europäischen Währungen trugen zu diesem Wachstum bei. Auf vergleichbarer Basis legte der Umsatz nur um 3,2% zu.
Die Zahlen blieben unter den Erwartungen des Marktes. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Schnitt mit 100 Mio EUR mehr Umsatz, einem um 24 Mio EUR höheren OIBD und einem 40 Mio EUR stärkeren operativen Gewinn gerechnet.
HeidelbergCement litt im Kerngeschäft unter dem kalten und schneereiche Wetter. Absatz und Umsatz in West- und Nordeuropa sowie einigen Ländern Osteuropas fielen deshalb schwächer aus. Der Zementabsatz in den Schlüsselmärkten Großbritannien, Deutschland, Benelux und Polen sei im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat zwischen 28% und 46% eingebrochen. In Asien und Afrika habe sich das Wachstum dagegen fortgesetzt.
Insgesamt setzte HeidelbergCement mit 19,6 Mio Tonnen knapp 3% weniger Zement ab als noch vor Jahresfrist. Bei Zuschlagstoffen lag der Rückgang bei fast 4%. Lediglich beim Transportbeton blieb der Absatz mit einem Minus von 0,4% annähernd auf Vorjahresniveau. Beim Asphaltabsatz wirkte sich der Winter ebenfalls aus. Hier lag der Rückgang bei gut 4%.
Für 2011 zeigte sich der Vorstandsvorsitzende Bernd Scheifele recht zuversichtlich. HeidelbergCement sei gut gerüstet, um von einem wirtschaftlichen Aufschwung in diesem und im nächsten Jahr überproportional zu profitieren, erklärte er. 2010 sei der Tiefpunkt der Wirtschaftskrise durchschritten worden. Einen detaillierten Ausblick gab er nicht.
Insbesondere für die asiatischen Märkte äußerte sich der Heidelberger DAX-Konzern optimistisch. Eine deutliche Erholung sieht der Konzern in Nordeuropa und Deutschland, während das Geschäft in Großbritannien stabil erwartet wird.
Ungeachtet aller Wachstumserwartungen will HeidelbergCement weiter sparen, vor allem wegen der anziehenden Energiekosten in den Wachstumsmärkten. Die Produktion soll deshalb effektiver werden. "Während sich die Bauindustrie in den reifen Märkten langsam erholt, steigt gleichzeitig der Kostendruck vor allem für Energie in den sich schnell entwickelnden Wachstumsmärkten", sagte Scheifele. Die gestiegenen Kosten will er über Preiserhöhungen weitergeben.
2010 hat HeidelbergCement mit dem Programm "Fitness Plus" rund 300 Mio EUR eingespart. Im Januar wurde "FOX 2013" aufgelegt. Dies Programm soll helfen, den Cashflow in den nächsten drei Jahren um 600 Mio EUR zu verbessern.
Webseite: www.heidelbergcement.com -Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 119, natali.schwab@dowjones.com DJG/nas/rio -0-(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
February 10, 2011 03:21 ET (08:21 GMT)
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