DJ XETRA-MITTAG/Knapp behauptet - Banken profitieren von EU-Schirm
FRANKFURT (Dow Jones)--Knapp behauptet präsentiert sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstagmittag. Händler sprechen von einem impulslosen Handel. "Der Markt muss die Aufschläge von gestern erst einmal verdauen", sagt ein Händler. Der DAX pendelt um die Nulllinie und fällt gegen 13.07 Uhr um 0,2% bzw 14 Punkte auf 6.802.
Keine Impulse konnte damit der Sprung des Dow-Jones-Index über die 12.000er-Marke auslösen. Auch das Plus von über 4% in Japan wurde auf den Nachholbedarf nach dem Feiertag am Montag zurückgeführt. Investoren seien weiter verunsichert, heißt es. Die Lage im Atomkraftwerk Fukushima sei immer noch angespannt und könne jederzeit wieder Verkäufe auslösen, so ein Händler. Auch in Libyen gebe es wenig Klarheit.
Nachrichtlich im Fokus steht der Euro-Rettungsschirm. Er dürfte Deutschland deutlich teurer zu stehen kommen als bisher erwartet. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" muss das Land bis zu 25 Mrd EUR beisteuern. Da das Geld nicht vorhanden ist, erhöhe sich entsprechend die Verschuldung. "Für Banken mit Anleihen der PIGS-Staaten sind das aber gute Nachrichten", sagt ein Händler mit Verweis auf die Problemstaaten Portugal und Irland. Der Trend zur Vergesellschaftung von Anlagerisiken halte damit an. Banken ziehen entsprechend an, Autobauer stehen unter Druck.
Technische Analysten warnen, der DAX stehe nun vor einem wichtigen Widerstandsbereich ab 6.820 Punkten. Erst wenn er deutlich überschritten werde, würde sich die technische Situation weiter aufhellen.
Bankenaktien steigen europaweit dank des EU-Rettungsschirms. Deutsche Bank legen um 1,3% auf 41,72 EUR zu. Das aktuelle Urteil des Bundesgerichtshofs zu einer Schadensersatzzahlung wegen Swap-Geschäften belastet nicht. Commerzbank steigen um 0,9% auf 5,74 EUR.
Infineon liegen nach über 2% Aufschlag nur noch 0,3% im Plus bei 7,18 EUR. Händler verweisen auf eine zerschlagene Investmentstory, wonach der Chip-Hersteller ausfallende japanische Konkurrenten in der Auto-Industrie substituieren könne. Dies gehe jedoch wegen der langen Vorlaufzeiten nicht, hieß es dazu von Analysten. Autowerte leiden europaweit unter dem befürchteten Ausfall von Zulieferern. VW geben um 1% nach, BMW 1,6% und Daimler um 0,5%.
Metro verlieren nach der Vorlage von Geschäftszahlen 3,8% auf 48,17 EUR. Während die Gewinnziffern den Erwartungen entsprachen, lag der Ausblick auf das Umsatzwachstum 2011 mit "mehr als 4%" deutlich unter der Konsenshoffnung von 5%. Metro begründete die konservative Prognose mit wirtschaftlichen Unsicherheiten angesichts der Krisen von Japan bis Nahost.
Deutsche Telekom verbessern sich nach dem Kurssprung vom Vortag um weitere 0,8% auf 10,75 EUR. Zudem hat Nomura das Kursziel auf 12,40 von 11,00 EUR angepasst. ThyssenKrupp legen um 1,5% auf 28,07 EUR zu. Die Analysten der Credit Suisse haben das Kursziel auf 38 von 35 EUR erhöht.
TUI geben um 1,2% auf 8,48 EUR nach. Händler hatten die abwartende Haltung bezüglich eines Börsengangs von Hapag-Lloyd jedoch als "vernünftig" eingestuft. Die erhöhte Volatilität der Märkte sei ein schlechtes Umfeld für Börsengänge. Rational steigen nach Zahlen um 2,3% auf 161,10 EUR.
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March 22, 2011 08:08 ET (12:08 GMT)
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