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WOLFSBURG (dpa-AFX) - Nach heftigen Gewinneinbrüchen zum
Jahresstart hat Europas größter Autobauer Volkswagen
Damit hat VW nach sechs Monaten die Hälfte seines angepeilten
operativen Gewinns von 11,5 Milliarden Euro erreicht. "Der
Volkswagen-Konzern steht unverändert zu seinen Zielen für das
laufende Geschäftsjahr", bekräftigte Winterkorn. Dazu gehören auch
Zuwächse bei Umsatz und den Verkaufszahlen - die schienen aber im
Gegensatz zum prognostizierten Gewinn ohnehin nie in Gefahr. Die
Finanzwelt begrüßte die Zahlen. "Der Volkswagen-Konzern spielt nach
wie vor in seiner eigenen Liga", lobte etwa NordLB-Analyst Frank
Schwope. Die VW-Vorzugsaktie lag am Mittag im Dax
PORSCHE UND CHINA HALTEN VW AUF KURS
Dass es auch auf der Ergebnisseite wieder besser aussieht, haben die Niedersachsen vor allem ihrer jüngsten Tochter Porsche und ihrem boomenden Chinageschäft zu verdanken. Die Sportwagenschmiede steuerte seit Januar knapp 1,3 Milliarden Euro operativen Gewinn bei - und schlüpfte dabei erst im August 2012 komplett unter das Konzerndach. Vorher flossen die Gewinne noch gar nicht in das operative Ergebnis ein - insofern sind die Halbjahresgewinne eigentlich nur bedingt vergleichbar. Klar ist aber: Porsche zieht. Die Schwaben kommen mit ihren 78 000 Autos zum Halbjahr fast auf so viel Ebit-Beitrag wie die Kernmarke VW-Pkw, die im selben Zeitraum fast 2,4 Millionen Fahrzeuge losschlug und damit knapp 1,5 Milliarden Euro Ebit erreichte.
Volkswagens mit Abstand größter Einzelmarkt China warf in diesem Jahr bislang 2,34 Milliarden Euro für den Konzern ab. Dieses Geld findet sich wegen der Geschäftsstruktur der deutsch-chinesischen Gemeinschaftsunternehmen aber nur im Finanzergebnis der Wolfsburger wieder und treibt nicht den operativen Gewinn nach oben. Dafür treibt China den Konzernabsatz: Mit 1,54 Millionen Autos legten die Verkäufe bis Juni um fast ein Fünftel zu. Dadurch kletterte auch die weltweiten Auslieferungen um gut fünf Prozent (4,8 Millionen).
KRISE IN EUROPA BELASTET WEITER
Dagegen spürt Volkswagens Kernmarke VW mit Modellen wie dem Golf oder Passat die Krise in Europa an allen Ecken und Enden. Mit knapp 1,5 Milliarden Euro lag ihr operativer Gewinn im ersten Halbjahr rund ein Drittel unter dem Vorjahreswert. Im ersten Quartal war er sogar um rund die Hälfte eingebrochen. Die Vertriebskosten, die den Trend zu Rabatten widerspiegeln, liegen rund 700 Millionen Euro über dem Niveau der ersten Jahreshälfte 2012.
Auch die Schwestermarke Audi
KONKURRENT TOYOTA WILL ANGEBLICH 10-MILLIONEN-MARKE KNACKEN
Auftrieb gibt indes das Baukastensystem MQB, durch das VW die
Bauteile seiner Autos angleicht und damit Produktions- und
Entwicklungskosten drückt. Die Ersparnisse aus diesen einheitlichen
Plattformen sollen sich im Jahresverlauf weiter erhöhen. Die
Kostenvorteile braucht Volkswagen auf dem angestrebten Weg an die
Spitze der weltweiten Autobranche. Bis 2018 wollen die Wolfsburger
Spitzenreiter Toyota
Doch die Konkurrenz schläft nicht: Toyota will unbestätigten Meldungen zufolge noch dieses Jahr eine Schallmauer der Branche durchbrechen und erstmals mehr als 10 Millionen Autos produzieren. VW hatte sich diese Marke für 2018 beim Absatz gesetzt - Konzernchef Winterkorn deutete jedoch bereits an, dass die Marke früher fallen könne. Mit einem neuen Langfrist-Ziel hält sich VW bislang zurück./mmb/loh/DP/mmb
ISIN US37045V1008 DE0007664039 JP3633400001
AXC0169 2013-07-31/13:41
