Die Ölminister der erdölexportierenden Länder (Opec) werden bei ihrer Sitzung in Wien an diesem Freitag (31. Mai) die Förderquoten voraussichtlich unverändert lassen. Dessen sind sich Experten so gut wie sicher. "Keiner am Markt geht von einer Veränderung aus", sagte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank. Die aktuelle Förderquote des aus zwölf Staaten bestehenden Kartells liegt derzeit bei etwa 30 Millionen Barrel pro Tag. Dies entspricht etwa einem Drittel des weltweiten Tagesverbrauchs an Rohöl.
Es gebe keine Notwendigkeit einer Förderkürzung, sondern wenn überhaupt Potenzial nach oben, sagte Ölexperte Johannes Benigni von der Energieagentur JBC Energy in Wien der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Sollte wie erwartet die Ölnachfrage in der zweiten Jahreshälfte steigen, könnte vor allem das führende Förderland Saudi-Arabien einspringen und seine Produktion ausweiten. Generell rechne er aber mit stabilen Preisen und stabiler Nachfrage. Experten gehen davon aus, dass das wachsende Angebot an US-Schieferöl der OPEC immer mehr Konkurrenz macht und ihr wenig Spielraum lässt, ihre Produktion ohne Gefahr sinkender Preise auszuweiten: "Das hat jetzt schon Auswirkungen, weil der Bedarf an OPEC-Öl zurückgeht", sagte Fritsch.
Die Ölpreise setzten am Donnerstag ihre Talfahrt fort: Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Juli-Lieferung kostete am Nachmittag 101,53 US-Dollar. Das waren 90 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 81 Cent auf 92,32 Dollar. Der OPEC-Ölpreis stieg am Dienstag um 1,55 Dollar im Vergleich zum Vortag auf 101,11 Dollar. Ein neuer OPEC-Ölpreis soll erst wieder am Freitag veröffentlicht werden./mib/DP/jkr
AXC0095 2013-05-30/15:52
