Die Aktionäre der teilstaatlichen Telekom Austria müssen über das Übernahmeangebot von America Movil ohne den Ratschlag ihres Unternehmens entscheiden. Der Vorstand anerkenne das Angebot und die geschäftspolitischen Ziele des unter der Kontrolle des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim stehenden Konzerns, er stehe dem Angebot aber "neutral" gegenüber, hieß es in einer am Dienstagabend veröffentlichten Stellungnahme.
Der Vorstand stellte Argumente für und gegen die Annahme des Angebots dar. Dafür spreche etwa, dass eine verzögerte Marktentwicklung Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Telekom haben könnte. Dagegen spreche allerdings, dass Aktionäre bei einem jetzigen Verkauf ihrer Aktien nicht an einer künftigen erwarteten Wertsteigerung teilnehmen könnten. Letztlich "sieht der Vorstand von einer ausdrücklichen Empfehlung hinsichtlich der Annahme oder Nichtannahme des öffentlichen Angebots ab".
Der Aufsichtsrat schließe sich der Haltung des Vorstands an, hieß es in einer Stellungnahme des Gremiums.
Die Belegschaftsvertretung gibt den Aktionären ebenfalls keine ausdrückliche Empfehlung, ob sie ihre Aktien an die America Movil verkaufen sollen oder nicht. Sie verweist aber in ihrer Stellungnahme auf das öffentliche Interesse daran, dass im Telekom-Konzern die ÖIAG eine beherrschende Stellung behalten solle oder zumindest auf Augenhöhe mit der Bieterin sein solle. Da laut dem Stimmbindungsvertrag aber die Bieterin, die mexikanische Gesellschaft America Movil, künftig die industrielle Führung erhalten solle, könne die Staatsholding ÖIAG keine aktive Industriepolitik im Sinne des Wirtschaftsstandortes Österreich mehr betreiben. Die Übernahme könne daher nicht im öffentlichen Interesse sein. Dies sollten die Aktionäre bei ihrer Entscheidung berücksichtigen./gru/APA/he
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AXC0278 2014-05-27/21:27
