Standard & Poor's (S&P) droht mit der Herabstufung österreichischer Banken, sollte das Alpenland die Anleihengläubiger der einst notverstaatlichten Hypo Alpe Adria bei der Sanierung zur Kasse bitten. Die Ratingagentur setzte sieben österreichische Banken auf ihre Beobachtungsliste für eine mögliche Abstufung.
Österreichs Finanzminister Michael Spindelegger plant einen Schuldenschnitt im Volumen von rund 900 Millionen Euro - allerdings werden die betroffenen Anleihen eigentlich von dem Land Kärnten garantiert. S&P zeigte sich von dem Schritt überrascht. Der Gesetzesentwurf erhöhe die Unsicherheit im Hinblick auf die mögliche staatliche Unterstützung des Bankensektors in Stresszeiten, schrieben die Ratinganalysten. Sollte des Gesetz verabschiedet werden, will S&P ihre Einschätzung der Systemrelevanz einzelner Banken überprüfen.
Bei österreichischen Banken, die S&P als hoch systemrelevant einstuft, fließt die erwartete staatliche Unterstützung in die Bewertung ein und lässt die Bonitätsnote aktuell um zwei Stufen steigen. Dies gilt aktuell für die Erste Group, Raiffeisen Zentralbank Österreich und deren Tochter Raiffeisen Bank International sowie UniCredit Bank Austria. Auf der Beobachtungsliste stehen außerdem KA Finanz, Hypo Nö Gruppe Bank und die Oberösterreichische Landesbank.
Sollte das Gesetz in der aktuell diskutierten Form verabschiedet werden, werde S&P die Banken vermutlich abstufen, so die Ratinganalysten. Österreichs Bundesregierung will am Mittwoch ein Gesetz in den Ministerrat einbringen, um die Abwicklung der Hypo über eine Bad Bank auf den zu Weg bringen.
Die Hypo Alpe-Adria-Bank war 2009 notverstaatlicht worden, nachdem sie als Folge der Finanzkrise und durch ihr starkes und von Fehlschlägen begleitetes Engagement in den Balkanstaaten vor dem Zusammenbruch stand. Bislang hat sie Staatshilfen von mehr als 3 Milliarden Euro erhalten.
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June 10, 2014 12:45 ET (16:45 GMT)
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