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MÄRKTE USA/Ukrainekrise drückt Aktien und stützt "sichere Häfen"

Von Ralf Zerback

Die jüngste Rally mit immer neuen Höchstständen an der Wall Street endet am Donnerstag. Händler beobachten Gewinnmitnahmen. Bereits am Vortag war erkennbar, dass nach den jüngsten Rekordständen die Luft kurzfristig raus ist. Der Dow-Jones-Index verliert gegen Mittag New Yorker Zeit 0,3 Prozent auf 17.066 Punkte. S&P-500 und Nasdaq-Composite büßen jeweils um 0,2 Prozent ein. Anlass der Gewinnmitnahmen liefert einmal mehr der Konflikt in der Ostukraine. Es wird immer deutlicher, dass sich dort ein bewaffneter Konflikt zwischen Russland und der Ukraine abzeichnet.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat erklärt, russische Soldaten seien in den Osten des Landes eingedrungen. Er rief zu einer Krisensitzung des UN-Sicherheitsrates und des Europarates auf. "Sorgen über Russland und die Ukraine kochen wieder hoch und ein steigender Grad an Risikoaversion macht sich breit", sagt Analyst Joao Monteiro von Valuetrades. Sollten sich die jüngsten Meldungen über ein Vorrücken russischer Verbände in der Ukraine bestätigen und der Tonfall beider Staaten an Schärfe zunehmen, könnte der Abgabedruck zunehmen, heißt es im Handel. Das litauische Außenministerium sprach von einer "offensichtlichen Invasion in das Gebiet der Ukraine durch die Streitkräfte der Russischen Föderation".

Leicht gebremst wird die Abwärtsbewegung von positiven Konjunkturdaten. Die Statistiker haben das US-Wachstum im zweiten Quartal nicht wie erwartet herunter-, sondern nach oben revidiert. Zugleich beantragten in der Vorwoche etwas weniger US-Bürger erstmals Arbeitslosenhilfe als vorhergesagt.

Die Eskalation in der Ostukraine treibt Anleger in die typischen "Fluchthäfen" Gold, Yen und US-Anleihen. Während der Goldpreis auf 1.289 Dollar nach 1.283 Dollar je Feinunze im späten US-Vortageshandel anzieht, rücken auch die Notierungen der US-Staatsanleihen vor. Die Rendite zehnjähriger Titel sinkt in der Folge um drei Basispunkte auf 2,33 Prozent - zuletzt rangierte die Rendite im Juni 2013 auf diesem Niveau. Die Rendite 30-jähriger Papiere fällt auf den tiefsten Stand seit Mai 2013.

Am Devisenmarkt legen die Wechselkurse des Yen auf breiter Front zu. Der Euro gibt seine zwischenzeitlichen Aufschläge zum Greenback wieder ab und fällt auf 1,3175 Dollar nach einem Tageshoch von 1,3221 Dollar. Die vorläufigen deutschen Inflationsdaten geben der Europäischen Zentralbank nach Ansicht von Analysten Spielraum für Wertpapierkäufe, was die Gemeinschaftswährung übergeordnet belastet. "Der Markt ist durch die Schlagzeilen einer russischen Invasion in die Ukraine aber verzerrt worden", sagt ein Analyst.

Der Ölpreis legt um 0,4 Prozent auf 94,23 Dollar zu. Händler bescheinigen dem Ölmarkt trotz der Verschärfung der Krise aufgrund der guten Versorgungslage aktuell eine hohe Krisenresistenz.

Am Aktienmarkt ziehen Apple moderat an, nachdem die Aktie vorbörslich noch unter Druck gestanden hat. Der Technologiekonzern ist in den USA mit seiner Forderung nach einem Verkaufsstopp für Smartphones des südkoreanischen Wettbewerbers Samsung vor Gericht gescheitert. Eine Gewinnwarnung drückt die Aktie von Guess um 8,7 Prozent, nachdem der Bekleidungshersteller nicht nur mit seinem Quartalsergebnis, sondern auch mit seinen Zielen für die laufende Berichtsperiode die Erwartungen der Analysten verfehlt hatte. Williams-Sonoma brechen um 11 Prozent ein. Der Anbieter hochpreisiger Haushaltswaren blieb mit seinen Prognosen für das dritte Quartal unter den Analystenschätzungen.

Der Modekonzern Abercrombie & Fitch übertraf zwar im abgelaufenen Quartal auf bereinigter Basis die Gewinnschätzungen, verfehlte jedoch mit der Umsatzentwicklung die Markterwartungen. Die Aktien geben 5,7 Prozent nach. Der Abrechnungsdienstleister Workday hat zwar die Erwartungen übertroffen, gleichwohl aber noch immer Verluste geschrieben. Der Kurs fällt um 2,1 Prozent.

Die Visa-Aktie verliert 1,2 Prozent. Die Analysten von Raymond James senken die Einstufung auf "Marketperform". Sie sehen das Kreditkartenunternehmen zwar langfristig positiv und loben auch den jährlichen Barmittelfluss von 6 Milliarden Dollar sowie die großzügigen Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen. Aber aktuell gäbe es wenig, was die Aktie treiben könne.

=== 
INDEX           zuletzt  +/- %  absolut 
DJIA          17.065,85  -0,33   -56,16 
S&P-500        1.995,52  -0,23    -4,60 
Nasdaq-Comp.   4.558,56  -0,24   -11,06 
Nasdaq-100     4.065,85  -0,18    -7,33 
 
DEVISEN  zuletzt   +/- %  Do, 8.20 Uhr  Mi, 17.41 Uhr 
EUR/USD   1,3166  -0,31%        1,3207         1,3196 
EUR/JPY   136,64  -0,32%        137,07         137,17 
EUR/CHF   1,2055  -0,12%        1,2069         1,2069 
USD/JPY   103,79   0,01%        103,78         103,94 
GBP/USD   1,6579  -0,09%        1,6594         1,6578 
=== 

Kontakt zum Autor: ralf.zerback@wsj.com

DJG/DJN/raz/flf

(END) Dow Jones Newswires

August 28, 2014 11:05 ET (15:05 GMT)

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© 2014 Dow Jones News
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