Der Kreditversicherer Euler Hermes rechnet im kommenden Jahr angesichts der verhaltenen Wachstumsprognosen mit einem Anstieg bei den Insolvenzen in Deutschland. "Das Problem ist die schwache Nachfrage. Erstmals seit Jahren erwarten wir 2015 in Deutschland mehr Insolvenzen", sagte Euler-Hermes-Chefökonom Ludovic Subran der "Wirtschaftswoche". "Während 2014 die Zahl der insolventen Firmen um sechs Prozent zurückgegangen ist, wird sie im kommenden Jahr voraussichtlich um zwei Prozent auf dann 24 979 Fälle zunehmen".
Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes war die Zahl der Insolvenzen im ersten Halbjahr 2014 um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Im weiteren Jahresverlauf hatte sich die Konjunkturentwicklung allerdings deutlich eingetrübt. Für 2015 erwarten die fünf Wirtschaftsweisen nur noch ein Wachstum von 1,0 Prozent. Die Bundesregierung rechnet mit einem Plus von 1,3 Prozent.
Subran erwartet die meisten Insolvenzen im Einzelhandel und bei exportabhängigen Firmen, "vor allem bei solchen, die nach Russland exportieren". In Frankreich werde die Zahl der Insolvenzen steigen, in Spanien sinken./fri/DP/he
AXC0032 2014-11-30/15:46
