Das derzeitige Niedrigzinsumfeld freut vor allem den deutschen Staat, während private Haushalte mit verzinslichen Anlagen stark verlieren. Zu diesem Ergebnis kommen zwei neue Studien, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Das genossenschaftliche Zentralinstitut DZ Bank rechnet vor, dass den Sparern in den letzten fünf Jahren Zinseinkünfte in Höhe von 190 Milliarden Euro durch die Lappen gegangen sind. Dem stünden Einsparungen infolge geringerer Kreditzinsen im Wert von 78 Milliarden Euro gegenüber. Unter dem Strich bleibe aber ein erheblicher Verlust.
Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat unterdessen ausgerechnet, dass der deutsche Finanzminister bis ins Jahr 2030 auf Zinseinsparungen von 160 Milliarden Euro zählen kann. Dies ist ebenfalls eine Folge der mageren Zinsen, die dem Bund niedrige Zinskosten beschert. Zum Teil verdient der Staat sogar Geld mit der Schuldenaufnahme, weil Anleger mittlerweile bereit sind, eine Gebühr in Form von Negativzinsen zu zahlen./bgf/jkr
AXC0064 2015-04-09/10:10
