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Geldanlage-Brief
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Aktien, Anleihen oder Gold? – 2015 dürften Aktionäre die meiste Freude haben

Die Kölner Privatbank Sal. Oppenheim kommt in einer aktuellen Studie zu dem Ergebnis, dass eine Zinswende, die wir zumindest in den USA in diesem Jahr erleben werden, Anlegern die besten Chancen bei Aktien bietet.

Im Rahmen der Studie untersuchte das Bankhaus die historische Entwicklung verschiedener Anlagen bei steigendem Zins. Demnach können Aktienanleger von einem Zinsanstieg profitieren, während Anleihen in solchen Phasen lediglich unterdurchschnittliche Erträge abwerfen. Und Gold hat laut der Studie nur in Phasen inflationsbedingter Zinsanstiege Potenzial.

Trendwende durch Zinswende?

Angesichts der bereits sehr weit gestiegenen Kurse auf den Aktien- und Anleihemärkten und der anhaltenden Schwäche beim Goldpreis, dürften sich viele Anleger die Frage stellen, ob die hohen Kurse nicht vielleicht bald einbrechen, wenn die US-Notenbank Fed die erste Zinserhöhung vornimmt und damit die Zinswende endgültig einleitet. Und sie könnten die Überlegung anstellen, dass dann der Goldpreis vielleicht wieder zu alter Stärke zurückfinden könnte, wenn um ihn herum die Kurse der anderen Anlageklassen auf breiter Front abbröckeln.

Studie von Sal. Oppenheim liefert wertvolle Informationen

Zu diesen Fragen und Überlegungen liefert die Studie von Sal. Oppenheim wertvolle Informationen, weshalb wir Ihnen nachfolgend die Pressemitteilung des Unternehmens widergeben.

Studie von Sal. Oppenheim: Zinswende bietet Anlegern Chancen bei Aktien

Angesichts der allseits erwarteten Zinswende dürften Anleger im laufenden Jahr an Aktien die meiste Freude haben. Wer sich Anleihen und Rohstoffe ins Portfolio legt, sollte sich genau überlegen, bei welchen wirtschaftlichen Vorzeichen er zu welchen Investments greift. Die Entwicklung der verschiedenen Anlageklassen kann nämlich in Zeiten steigender Zinsen je nach Konjunkturerwartungen sehr unterschiedlich ausfallen. Dies sind die Ergebnisse einer Studie des Kölner Bankhauses Sal. Oppenheim, die sich mit der historischen Entwicklung der Finanzmärkte in Deutschland und den USA in Zinsanstiegsphasen beschäftigt. Untersucht wurde, wie sich Aktien, Rentenpapiere und Rohstoffe in Phasen entwickelten, in denen der Nominalzins nachhaltig anstieg.

Zinswende treibt Aktien an – zumindest bei steigenden Konjunkturerwartungen

„Auf der Aktienseite ergab unsere Analyse, dass Anleger eine Zinswende nicht fürchten müssen, solange die Konjunkturerwartungen ansteigen“ sagt Dr. Philipp Finter, Leiter Research Investmentstrategie bei Sal. Oppenheim und einer der Autoren der Studie. Deutsche Titel (gemessen am CDAX) kletterten um annualisiert 8,1 % pro Jahr, wenn Zinsen und Konjunkturerwartungen stiegen. In den USA legte der S&P 500 in solchen Phasen mit +15,3 % sogar deutlich stärker zu als im Durchschnitt des Gesamtzeitraums der Studie (+10,7 %).

Ergebnisse der Sal. Oppenheim-Studie

Ein anderes Bild ergibt sich, wenn man Phasen unter die Lupe nimmt, in denen sich die Konjunkturerwartungen verschlechterten. In diesem Fall gab es immerhin noch +5,5 % p.a. Wertsteigerung beim S&P 500, beim CDAX nur noch 0,1 % p.a.. Vergleichbares gilt – bei höheren Schwankungen – für Aktien aus Schwellenländern.

Anleihen unter Druck – aber sichere Häfen bei sinkenden Konjunkturerwartungen

Bei festverzinslichen Wertpapieren drücken steigende Zinsen naturgemäß auf den Ertrag. So lag der historische Ertrag von US-Staatsanleihen in längerfristigen Zinsanstiegsphasen mit 2,2 % p.a. deutlich unter dem durchschnittlich en Ertrag im Gesamtzeitraum von 6,9 % p.a.. In Deutschland betrug der durchschnittliche Ertrag von Staatsanleihen im Umfeld steigender Zinsen nur 0,7 % p. a. gegenüber durchschnittlich 6,0 % p. a. im Gesamtzeitraum.

Positive Konjunkturerwartungen wirkten sich zusätzlich negativ auf die Performance von Staatsanleihen aus. Die durchschnittliche Wertentwicklung sank auf -0,4 % bzw. -0,7 % p.a.. In Phasen negativer Konjunkturerwartungen wurden Staatsanleihen ihrem Ruf als „sicherer Hafen“ dagegen gerecht und wiesen historisch eine mittlere Wertentwicklung von 5,5 % (US-Treasuries) und 2,3 % pa. (Bundesanleihen) auf. Staatsanleihen der Schwellenländer zeigten qualitativ ähnliche Ergebnisse.

„Anleihe-Investoren werden sich im Umfeld der erwarteten Zinswende auf unterdurchschnittliche Erträge einstellen müssen“, sagt Dr. Philipp Finter. „Das gilt im Besonderen für die betrachteten Staatsanleihenmärkte: Die inzwischen deutlich gefallenen Renditeniveaus bieten wenig Puffer gegen einen Zinsanstieg.“ Derzeit liegt die Duration am Markt mit 6,2 Jahren (US-Staatsanleihen) beziehungsweise 7,2 Jahren (Bundesanleihen) deutlich über dem Durchschnitt bisheriger Phasen steigender Zinsen. „Im jetzigen Umfeld werden zinstragende Staatspapiere unter einer nachhaltigen Zinserhöhung also niedrigere Erträge abwerfen als in der Vergangenheit“, so Finter weiter. Auch vor diesem Hintergrund dürfte die US-Notenbank sehr behutsam agieren. Der Zinsanstieg in Deutschland dürfte zudem durch die sehr expansive Geldpolitik der EZB und das weniger robuste Konjunkturumfeld limitiert werden. Das Verlustrisiko für Anleger in Bundesanleihen wird dadurch begrenzt.

Gold nur in Phasen inflationsbedingter Zinsanstiege mit Potenzial

Auf den ersten Blick haben Rohstoffe (gemessen am Goldman Sachs Commodity Index und am Goldpreis) in der Vergangenheit von US-Zinsanstiegen zwar profitiert. Rohstoffe (bzw. Gold) stiegen um 18,5 % (15,7 %) p.a. – im Vergleich zu 9,7 % (9,8 %) p.a. im Gesamtzeitraum.

Ergebnisse der Sal. Oppenheim-Studie

Eine nachgelagerte Fallunterscheidung ergab jedoch, dass sich die überdurchschnittliche Wertentwicklung auf Phasen inflationsbedingter Zinsanstiege konzentriert. Hier wurden Rohstoffe bzw. Gold mit einer durchschnittlichen Performance von über 30 % p. a. ihrer Rolle als Inflationsschutz gerecht. Ob die Rohstoffmärkte diese überdurchschnittliche Wertentwicklung jedoch in Zeiten steigender US-Zinsen und schwacher Inflation wiederholen können, ist unwahrscheinlich – auch vor dem Hintergrund tiefgreifender struktureller Veränderungen am Ölmarkt.


(Quelle: Geldanlage-Brief, Ausgabe vom 25.03.2015)
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