Von Eric Morath
WASHINGTON (Dow Jones)--Ein rekordhoher Anstieg der Importe hat im März zum größten Anstieg des US-Außenhandelsdefizits seit fast zwei Jahrzehnten geführt. Damit dürfte der Außenhandel das Wirtschaftswachstum spürbar gebremst haben. Wie das US-Handelsministerium berichtete, stieg das Handelsbilanzdefizit um 43,1 Prozent auf 51,37 Milliarden Dollar. Das ist der stärkste Anstieg seit Dezember 1996. Es ist auch der größte Defizitbetrag seit Oktober 2008.
Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten nur mit einem Passivsaldo von 42,50 Milliarden Dollar gerechnet. Im Vormonat betrug das Defizit revidiert 35,89 Milliarden Dollar, nachdem vorläufig ein Minus von 35,44 Milliarden Dollar genannt worden war.
An den Finanz- und Devisenmärkten wird der Fehlbetrag in der US-Handels- und Leistungsbilanz mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Zur Finanzierung der Defizite benötigen die USA große Kapitalzuflüsse aus dem Ausland.
Die Exporte stiegen lediglich um 0,9 Prozent auf 187,84 Milliarden Dollar, die Importe sprangen dagegen um 7,7 Prozent auf 239,21 Milliarden Dollar in die Höhe.
Der plötzliche Importsog fällt zusammen mit dem Ende der Hafenarbeiterstreiks an der Westküste. Während die Häfen wieder zum normalen Betrieb zurückkehrten, erreichten im März mehrere Kategorien von Importgütern Rekordstände, darunter Investitionsgüter, Gebrauchsgüter, Lebensmittel sowie Getränke.
Zudem dürfte der starke Dollar den Importstrom begünstigt haben. Hinzu kommt der zögerliche Wirtschaftsaufschwung in Teilen Asiens und Europas, der die Nachfrage nach amerikanischen Gütern und Dienstleistungen dämpft.
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May 05, 2015 08:51 ET (12:51 GMT)
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