Enttäuschende Gewinnzahlen haben den
Höhenflug des Online-Modehändlers Zalando
Analysten bleiben aber optimistisch gestimmt. Schließlich war Zalando im zweiten Quartal deutlich stärker gewachsen als erwartet. Das operative Ergebnis konnte allerdings nicht mithalten und ist nach vorläufigen Berechnungen wahrscheinlich sogar gesunken.
Die Anleger reagierten enttäuscht, weil der Mode-Onlinehändler damit die hohen Erwartungen nicht erfüllen konnte, sagte ein Händler. Deshalb würden bei den jüngst zu stark gestiegenen Aktien nun Gewinne mitgenommen. Die im Herbst für 21,50 Euro das Stück an die Börse gebrachte Papiere hatten seit Mitte März deutlich an Wert gewonnen und in der Erwartung starker Zahlen erst in der vergangenen Woche ein Rekordhoch von 33,90 Euro erreicht.
Zalando gehe den gleichen Weg wie der weltgrößte Online-Händler
Amazon
Nach Auffassung von Volker Bosse von der Baader Bank wird das Margenpotenzial des Unternehmens weiterhin unterschätzt. Denn in Zukunft werde Zalando mehr als ein reiner Online-Store sein.
Für Analyst Christoph Sandner von der Mainfirst Bank unterstrichen die Geschäftszahlen Zalandos Fähigkeit, erfolgreich in zusätzliche europäische Märkte zu expandieren. Die langfristige Profitabilität des Unternehmens sieht Sandner aktuell nicht in Gefahr. Denn die gegenwärtige Margenschwäche - also das, was vom Umsatz als Gewinn hängen bleibt - resultiere aus höheren Kosten für die Kundengewinnung.
Zalando fing 2008 mit Flip-Flops an. Den Ausschlag für den schnellen Aufstieg gaben eine allgegenwärtige und schrille TV-Werbekampagne ("Schrei vor Glück") und die Möglichkeit uneingeschränkter kostenloser Retouren. Die haben ihren Preis: Die Rücksendequote liegt bei rund 50 Prozent gemessen am Umsatz./la/ag/fbr
ISIN DE000ZAL1111
AXC0120 2015-07-21/13:30
