Die deutsche Wirtschaft stellt sich angesichts eingetrübter Exportaussichten im nächsten Jahr auf ein deutlich geringeres Wachstum ein. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet nach seiner aktuellen Konjunkturumfrage für das kommende Jahr nur noch mit einem Plus von 1,3 Prozent. Das ist deutlich pessimistischer als viele Ökonomen und die Bundesregierung erwarten, die für 2016 ein Plus von weiterhin 1,8 Prozent unterstellt. Für das laufende Jahr gehen DIHK und Bundesregierung von 1,7 Prozent Wirtschaftswachstum aus.
Auch wenn die Binnennachfrage der deutschen Wirtschaft aktuell Rückhalt verleihe, schwinde die Zuversicht für die kommenden Monate, geht aus der am Donnerstag in Berlin vorgelegten DIHK-Umfrage hervor. "Die Lage der deutschen Wirtschaft ist im Herbst 2015 sehr gut", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Doch der Gegenwind nimmt zu." Vor allem mit Blick auf die Auslandsnachfrage seien die Betriebe zunehmend besorgt; die Exporthoffnungen stützten sich derzeit lediglich auf die USA und Europa.
"Erstaunlich stabil" seien die Investitions- und Beschäftigungsabsichten der Unternehmen, hieß es. Die Beschäftigung werde 2016 um rund 200 000 Stellen zunehmen nach einem Plus von 250 000 in diesem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen gehe 2015 zwar um etwa 100 000 auf durchschnittlich 2,8 Millionen zurück. Im nächsten Jahr sei aber ein spürbarer Anstieg zu erwarten: "Hier schlägt sich die hohe Flüchtlingszahl auch auf dem Arbeitsmarkt nieder", heißt es beim DIHK. Auch die Bundesregierung geht von einem Anstieg aus./sl/DP/stk
AXC0121 2015-10-22/13:11
