FRANKFURT (Dow Jones)--Die Ankündigung massiver Abschreibungen und eines Milliardenverlusts hat keine Auswirkungen auf die Bonitätsbewertung der Deutschen Bank AG durch die Ratingagentur Standard & Poor's. Deutschlands größtes Finanzinstitut hatte am Mittwochabend einen Abschreibungsbedarf von rund 5,8 Milliarden Euro auf den Geschäftswert im Investmentbanking und im Privatkundengeschäft bekannt gegeben.
Zudem stockte die Bank ihre Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten erneut auf: Zu den bisherigen Rückstellungen von 3,8 Milliarden Euro kommen noch einmal 1,2 Milliarden hinzu. Die Konsequenz: Die Deutsche Bank wird für das dritte Quartal einen Vorsteuerverlust von 6,0 Milliarden Euro und einen Nachsteuerverlust von 6,2 Milliarden Euro verbuchen müssen. Außerdem wird die Dividende gekürzt oder ganz gestrichen. Ein Ausfall der Dividende würde 1 Milliarde Euro zusätzliches Kapital für das Geldhaus bedeuten.
Wie S&P erklärte, haben lediglich die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten maßgebliche Auswirkungen auf die regulatorischen Kapitalquoten des DAX-Konzerns. Die Deutsche Bank erwartet derzeit zum Ende des dritten Quartals eine harte Kernkapitalquote (CET1) von rund 11 Prozent. Zudem unterstellt die Ratingagentur, dass die Deutsche Bank weitere Restrukturierungsmaßnahmen auf den Weg bringen wird.
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October 08, 2015 07:14 ET (11:14 GMT)
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