NEW YORK (Dow Jones)--Die Wall Street zeigt sich gegen Freitagmittag Ortszeit leicht erholt. Die seit Tagen zu beobachtende relative Bewegungsarmut setzt sich aber dennoch fort. Der Dow-Jones-Index gibt um 0,1 Prozent nach auf 18.446 Punkte, der S&P-500 steigt um 0,2 Prozent und hat sein altes Allzeithoch kurzzeitig um zwei Zehntelpunkte übertroffen. Der Nasdaq-Composite gewinnt 0,3 Prozent. Damit haben sich die Indizes von ihren Tagestiefs ein Stück weit nach oben entfernt. Die Erholunsgbewegung wurde vor allem vom Ölpreis eingeleitet, der ins Plus gedreht hat. Zudem kommt etwas Unterstützung vom Devisenmarkt, wo der Dollar weiter schwächelt.
Für eine herbe Enttäuschung hat das US-BIP im zweiten Quartal gesorgt. Das Wachstum bleibt klar hinter den Markterwartungen zurück. "Die Abweichung von den Konsensschätzungen nach unten ist schon bemerkenswert", sagt ein Händler. Zudem sei das Wachstum im ersten Quartal nach unten revidiert worden. Positiv sei allerdings der 4,2-prozentige Anstieg der Konsumausgaben. Die Erwartungen, dass die Fed nur sehr zögerlich mit Zinserhöhungen fortschreite, werde durch die Daten untermauert. Daher reagiere die Wall Street nicht zu negativ. Die weiteren Konjunkturdaten fielen uneinheitlich aus. Der Einkaufsmanagerindex aus der Region Chicago hat die Erwartungen übertroffen, während der Index der Universität Michigan dahinter zurückblieb.
Einen ersten Nackenschlag mussten Anleger aber bereits zuvor verdauen. Zwar hat die japanische Notenbank wie erhofft ihre Geldpolitik abermals gelockert. Die beschlossenen Maßnahmen gehen aber vielen Marktteilnehmern nicht weit genug und belasten das Sentiment unter US-Investoren. So verzichtet die Bank of Japan (BoJ) auf Zinssenkungen und eine Erweiterung ihrer Käufe von Staatsanleihen. "Die BoJ hat ihre Geldpolitik zwar heute gelockert, die Schritte fallen aber relativ unbedeutend aus. Das Maßnahmenpaket ist Lichtjahre entfernt von der Einführung von Helikoptergeld, über das die Finanzmärkte in den vergangenen Wochen spekuliert hatten", zeigt sich Marktstratege Derek Halpenny von Bank of Tokyo-Mitsubishi enttäuscht.
New Economy liefert
Dagegen liefert die laufende Berichtssaison einige Lichtblicke. Wie zuvor schon Facebook verbucht auch die Google-Mutter Alphabet einen deutlichen Zuwachs bei den Einnahmen aus mobiler Werbung. Das beruhigt Anleger, die befürchtet hatten, das Unternehmen werde Marktanteile an Facebook verlieren. Die "New Economy" liefere, heißt es im Handel. Alphabet steigen um 4,7 Prozent. Amazon legen um 1,6 Prozent zu. Das Internetversandhaus hat - wie schon in den beiden Quartalen zuvor - auch für die zweite Periode einen Rekordgewinn gemeldet.
Ölmarkt erholt sich
Am Ölmarkt kommt es zu einer Erholung, nachdem der Preis in einen Bärenmarkt übergegangen war. Außer der Dollarschwäche gebe es keinen unmittelbaren Anlass für die Bewegung nach oben, doch seien in jüngster Zeit mehrfach Käufer beim Preis von 40,60 Dollar eingestiegen, heißt es von Händlern. Die Furcht vor einer Überversorgung des Marktes dürfte aber noch nicht verschwunden sein. US-Leichtöl der Sorte WTI gewinnt 0,4 Prozent auf 41,29 US-Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent tendiert dagegen 0,8 Prozent im Minus. Seit den Junihochs ist der Brentpreis um 20 Prozent eingebrochen.
Am Devisenmarkt wertet der Yen nach den nur verhaltenen geldpolitischen Lockerungen der japanischen Notenbank auf. Der US-Dollar sinkt auf aktuell 102,36 Yen nach Wechselkursen um 105,30 am Vorabend. Auch zum Euro neigt der Greenback zur Schwäche - belastet von den schwachen US-BIP-Daten. Anleger setzten zudem auf positive Ergebnisse des am Abend anstehenden europäischen Bankenstresstests, heißt es im Devisenhandel. Der Euro klettert auf 1,1173 Dollar nach Kursen um 1,1075 am Vorabend. Der schwache Dollar und die Aussicht auf weiter niedrige US-Zinsen beflügeln den Goldpreis, dieser steigt um 1,1 Prozent auf 1.347 Dollar pro Feinunze. Auch die US-Renten profitieren von der Spekulation, dass sich die Fed mit der nächsten Zinserhöhung Zeit lassen dürfte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fällt um vier Basispunkte auf 1,47 Prozent.
Berichtssaison rollt weiter
Der Pharmakonzern Merck & Co hat den Gewinn im zweiten Quartal nahezu verdoppelt und seinen Ausblick zum Ergebnis 2016 am unteren Ende der Spanne leicht angehoben. Die Titel ziehen um 0,4 Prozent an. Der Logistikkonzern United Parcel Service (UPS) hat im zweiten Quartal gut 6 Prozent mehr verdient als im Vorjahreszeitraum, was allerdings so erwartet worden war. Die Titel ermäßigen sich um 1 Prozent. Nach Geschäftsausweisen der Ölkonzerne Exxon Mobil und Chevron zum zweiten Quartal geben die Kurse um 2,4 bzw. 0,2 Prozent nach. Laut Händlern können die Zahlen nicht überzeugen. Chevron hat den dritten Quartalsverlust in Folge eingefahren, Exxon Mobil wegen des Ölpreisverfalls abermals einen Umsatz- und Gewinneinbruch erlitten und zudem die Erwartungen verfehlt.
Nextera ziehen um 0,6 Prozent an. Das Energieunternehmen will den von der insolventen Energy Future Holdings gehaltenen Anteil an Oncor schlucken - das Energieübertragungsgeschäft wird im Rahmen der Transaktion mit 18,4 Milliarden US-Dollar bewertet.
=== INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD DJIA 18.445,77 -0,06 -10,58 5,86 S&P-500 2.174,66 0,21 4,60 6,40 Nasdaq-Comp. 5.170,27 0,30 15,29 3,25 Nasdaq-100 4.738,56 0,36 17,15 3,16 DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8.09 Uhr Do, 17.31 Uhr % YTD EUR/USD 1,1172 +0,83% 1,1080 1,1088 +2,9% EUR/JPY 114,3735 -0,40% 114,8370 116,21 -21,4% EUR/CHF 1,0819 -0,33% 1,0854 1,0879 -0,5% EUR/GBP 0,8404 -0,22% 0,8407 1,1849 +14,1% USD/JPY 102,35 -1,22% 103,62 104,79 -12,8% GBP/USD 1,3289 +0,84% 1,3178 1,3137 -9,9% ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 41,27 41,14 +0,3% 0,13 -2,7% Brent/ICE 42,30 42,7 -0,9% -0,40 -1,2% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.349,01 1.335,79 +1,0% +13,22 +27,2% Silber (Spot) 20,29 20,17 +0,6% +0,12 +46,8% Platin (Spot) 1.151,00 1.132,50 +1,6% +18,50 +29,1% Kupfer-Future 2,23 2,21 +1,0% +0,02 +3,6% ===
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July 29, 2016 12:10 ET (16:10 GMT)
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