Nach dem Brexit-Votum hat die amerikanische Ratingagentur Standard & Poors der fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt den AAA-Status nach einem halben Jahrhundert aberkannt. Damit wird es für London teurer, Kredite aufzunehmen. Die von dem Ergebnis des Votums ausgehende Unsicherheit rechtfertigt die bisherige Bestnote nach Ansicht von S&P nicht mehr. S&P senkte Großbritanniens Kreditwürdigkeit um zwei Stufen auf AA hinab. Die Agentur rechnet für das Vereinigte Königreich mit einem weniger vorhersehbaren, weniger stabilen und weniger effektiven politischen Kontext. Die neue Note geht bei S&P deswegen einher mit einer negativen Perspektive. Das bedeutet, dass eine weitere Herabstufung nicht ausgeschlossen ist. Die amerikanische Ratingagentur Moodys hatte am Freitag die Aussichten für die Kreditwürdigkeit Großbritanniens ebenfalls negativ beurteilt. Sie stufte die Bonität zwar unverändert mit Aa1 ein, erklärte aber, die Entscheidung für den Brexit könne der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung des Landes schaden. Auch die Ratingagentur Fitch nahm die Bonitätseinstufung von AA+ auf den drittbesten Wert AA zurück. Sie erklärte, die Entscheidung für einen Austritt aus der Europäischen Union habe einen negativen Effekt auf die britische Wirtschaft, die öffentlichen Finanzen sowie die politische Kontinuität. Fitch kürzte angesichts der erwarteten Unsicherheit die Wachstumsprognosen für dieses und die kommenden beiden Jahre.
Bernecker Redaktion / www.bernecker.info
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