(Neu: Aussagen aus Pressekonferenz, Aktienkursentwicklung, Analysten)
ESSEN (dpa-AFX) - Nach einem Milliardenverlust in Folge der
Energiewende und einer Neuaufstellung schaltet der Essener
Stromversorger RWE
Schmitz reagierte damit auf die Frage nach einem möglichen
Verkauf der erst im Herbst an die Börse gebrachten Ökostromtochter
Innogy
Schmitz wollte den Bericht nicht direkt kommentieren. Er verwies aber auf einen Aufsichtsratsbeschluss aus dem Jahr 2015, nachdem RWE mindestens 51 Prozent an Innogy und damit die Mehrheit behalten soll. Aktuell besitzt RWE noch knapp 77 Prozent der Anteile. Es gebe weder Zeitdruck, noch Verkaufsdruck, stellte der Konzernchef klar.
AKTIE GEHT KRÄFTIG HOCH
Trotz dieser vagen Aussagen schoss die RWE-Aktie bis zum Nachmittag um fast 9 Prozent auf 14,90 Euro hoch. Ein Händler meinte, französische Energieversorger hätten schon seit geraumer Zeit Interesse an einem Einstieg in den deutschen Markt. "Ich würde einen Übernahmeversuch nicht ausschließen", sagte der Händler. Das Innogy-Papier legte um annähernd 8 Prozent zu.
Auch die Aktie der früheren Eon
MILLIARDENVERLUST BEI RWE
Die Kohle-, Gas, und Atomanlagen stecken wegen des Booms der erneuerbaren Energien in der Krise. Der Ökostrom wird vorrangig in die Netze eingespeist und verdrängt deshalb die Produktion aus den konventionellen Kraftwerken. Die Folge ist ein Preisverfall.
Alleine RWE musste vor diesem Hintergrund im vergangen Jahr 4,3 Milliarden Euro auf den Kraftwerkspark abschreiben. Hinzu kamen Belastungen aus dem Atomkompromiss mit der Bundesregierung. Unterm Strich machte RWE mit 5,7 Milliarden Euro den größten Verlust der Firmengeschichte. Die Stammaktionäre sollen nun das zweite Jahr in Folge auf eine Dividende verzichten. Beim Erzrivalen Eon, der am Mittwoch seine Geschäftszahlen präsentiert, rechnen Analysten sogar mit einem doppelt so hohen Minus.
BESSERUNG IM LAUFENDEN JAHR
Im laufenden Jahr sieht der RWE-Vorstand aber Licht am Ende des Tunnels. Der Gewinn aus dem Tagesgeschäft soll steigen; Problemfelder wie der Atomausstieg sind geregelt. Die Aktionäre sollen vor diesem Hintergrund für das Jahr 2017 auch wieder eine Dividende erhalten von 0,50 Euro.
Im Einzelnen erwartet der Vorstand im laufenden Jahr steigende Ergebnisse sowohl bei Innogy, als auch im Energiehandel, der im vergangenen Jahr einen Verlust eingefahren hatte. Dagegen rechnet das Management in der konventionellen Stromerzeugung mit einem Ergebnisrückgang, denn der Strom aus den deutschen Braunkohle- und Kernkraftwerken sei deutlich unter den Vorjahrespreisen verkauft worden. "Das Umfeld bleibt schwierig", stellte Konzernchef Schmitz fest.
INNOGY IST PROFITABEL
Insgesamt geht die Konzernführung 2017 beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von einem Wert zwischen 5,4 und 5,7 Milliarden Euro aus, nachdem hier im vergangenen Jahr 5,4 Milliarden Euro herausgekommen waren. Das bereinigte Nettoergebnis soll von 0,8 Milliarden Euro auf 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro steigen.
Die Ökostrom-Tochter Innogy hatte am Vortag Geschäftszahlen vorgelegt und ist als einziger der vier großen nordrhein-westfälischen Energieversorger profitabel. In Innogy hat RWE sein Zukunftsgeschäft mit Netzen, Vertrieb und Ökostrom gebündelt. Bei RWE selbst verblieben die Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke sowie der Großhandel mit Strom./das/mne/stb
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