HAMBURG (dpa-AFX) - Vor der flächendeckenden Einführung der
elektronischen Gesundheitskarte rät das Analysehaus Warburg Research
zur Zurückhaltung bei den Aktien des Anbieters Compugroup
Wesentlich ist laut Wolf die Frage, ob die Krankenkassen den Ärzten alle mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte entstehenden Kosten erstatten. Solange dieser Punkt offen ist, bringt der Datenaustausch im Gesundheitswesen nicht die für Compugroup erhofften Umsätze und Gewinne.
Aktuell hätten zwar die Zahnärzte immerhin eine Absichtserklärung unterschrieben, wonach sie die Kosten für den sogenannten Konnektor in Höhe von 1000 Euro erstattet bekommen, der die Verbindung zu dem Datennetz herstellen solle. Hinzu kämen aber vermutlich noch Software- und Installationskosten. Immerhin dauere die Einrichtung der Systeme etwa 2 bis 6 Stunden.
Die Humanärzte haben Wolf zufolge bislang noch gar keine Einigung erzielt. Hier sei nun das Bundesschiedsamt für die vertragsärztliche Versorgung am Zuge.
Mittlerweile erscheine zudem das ganze System rund um die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte recht bizarr, schrieb Wolf. So müssten die Krankenkassen den Ärzten jeden vom Anbieter in Rechnung gestellten Betrag erstatten.
Dessen ungeachtet erhöhte Wolf das Kursziel von 42,50 auf 45,00 Euro. Aktuell stehen die Papiere bei 43,295 Euro. Compugroup sollte Umsatz und operatives Ergebnis im ersten Quartal moderat gesteigert haben.
Bei der Einstufung "Hold" rechnet Warburg Research auf Sicht von zwölf Monaten mit einer weitestgehend stabilen Kursentwicklung./la/mis/fbr
Analysierendes Institut Warburg Research.
ISIN DE0005437305
AXC0189 2017-05-03/14:49
