HAMBURG (dpa-AFX) - Die Hamburger Charterreederei Rickmers Group hat einen Insolvenzantrag angekündigt. "Der Vorstand der Rickmers Holding AG strebt dabei eine Sanierung in Eigenverwaltung unter Fortsetzung des Geschäfts- und Schiffsbetriebs an", teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. Der Vorstand der HSH Nordbank habe seine Zustimmung zu einem Papier über die finanzielle Restrukturierung der Gruppe überraschend verweigert. Damit sei die positive Fortführungsprognose entfallen.
Ursprünglich sollten die Gläubiger der Charterreederei an diesem Donnerstag in Hamburg zusammenkommen, um über das Sanierungskonzept für das schwer angeschlagene Unternehmen zu beraten. Dieses ist durch die Weigerung der HSH Nordbank aber in der Form nicht mehr möglich. In der Gläubigerversammlung solle nunmehr ausschließlich die Wahl eines gemeinsamen Vertreters der Anleihegläubiger beschlossen werden, hieß es in der Mitteilung.
Rickmers war durch die lange und schwere Schifffahrtskrise in Bedrängnis geraten. Das vergangene Geschäftsjahr endete mit einem Verlust von 341 Millionen Euro, die Schulden liegen bei rund 1,5 Milliarden Euro. Dazu zählen auch 275 Millionen Euro, die Anleger der Reederei über eine hochverzinste Anleihe mit einem Coupon von 8,875 Prozent zur Verfügung gestellt haben. Davon werden sie einen Großteil verlieren.
Das Sanierungskonzept hatte vorgesehen, dass die Banken ebenso
wie die koreanische Hyundai
AXC0299 2017-05-31/19:29
