Von Barbara Millner
FRANKFURT (Dow Jones)--Die chemisch-pharmazeutische Industrie Deutschlands hat im ersten Halbjahr Fahrt aufgenommen. Da auch im weiteren Jahresverlauf gute Geschäfte im In- und Ausland erwartet werden, ist der Branchenverband VCI nun deutlich zuversichtlicher für 2017.
Im ersten Halbjahr stieg die Produktion in der drittgrößten Branche in Deutschland nach der Fahrzeug- und der Maschinenindustrie um 1,5 Prozent, wie der VCI auf seiner Halbjahrespressekonferenz mitteilte. Die höhere Erzeugung ist vor allem der Pharmabranche zu verdanken, rechnet man diese heraus, so stagnierte die Produktion. Mit Ausnahme der petrochemischen Grundstoffe verzeichneten alle anderen Sparten einen Mengenzuwachs.
Der Umsatz wuchs um rund 5 Prozent auf 96,9 Milliarden Euro. Dank einer hohen Kapazitätsauslastung von 87 Prozent und anziehender Ölpreise stiegen die Erzeugerpreise im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent.
VCI-Präsident Kurt Bock beurteilt die aktuelle Lage in der Branche positiv. In allen für die deutsche Chemie wichtigen Auslandsmärkten rechneten die Unternehmen bis ins kommende Jahr hinein mit einem stabilen Wirtschaftswachstum. "Das gilt nicht nur für Europa, sondern auch für unseren wichtigsten Handelspartner, die USA", erklärte Bock.
Vor diesem Hintergrund erhöhte der VCI seine Prognose für 2017: Der Chemieverband geht nun von einem Produktionswachstum von 1,5 Prozent (bisher 1 Prozent) aus. Es ist die zweite Anhebung der Schätzung seit Dezember 2016. Die Chemikalienpreise dürften um 3,5 Prozent steigen, zuvor war ein Plus von 2,5 Prozent prognostiziert worden. Auch beim Umsatz wird mehr erwartet. Er dürfte um 5 Prozent statt um 3,5 Prozent auf 194 Milliarden Euro klettern. Damit wurde die Vorhersage zum dritten Mal angehoben.
Investitionen in Deutschland auf Rekordhoch
Die Zuversicht der Branche spiegelt sich laut Bock auch in den Investitionsplänen in Deutschland wider: Die Unternehmen wollen in diesem Jahr mit rund 7,5 Milliarden Euro mehr als jemals zuvor in Produktionsanlagen und Maschinen investieren. Das wären 6,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Aber auch die Auslandsinvestitionen sollen um 5,8 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro zunehmen.
Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von rund 1.700 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne. Er steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2016 rund 185 Milliarden Euro um und beschäftigte über 447.000 Mitarbeiter.
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July 20, 2017 05:00 ET (09:00 GMT)
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