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OECD: Reform der Rentensysteme verliert an Schwung

Von Hans Bentzien

FRANKFURT/PARIS (Dow Jones)--Der von finanziellen Zwängen getriebene Eifer bei der Reform von Rentensystemen hat in den Mitgliedsländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) abgenommen. Grund ist nach Aussagen der OECD der wieder bessere Zustand der öffentlichen Finanzen. Gleichwohl hat eine Reihe von Mitgliedsländer in den vergangenen zwei Jahren das gesetzliche Renteneintrittsalter und die Höhe der Rentenbeiträge beziehungsweise -zahlungen geändert, wie die OECD in ihrem alle zwei Jahren erscheinenden Rentenbericht feststellt.

Laut OECD wird das normale Renteneintrittsalter wegen gesetzlicher Änderungen in der Hälfte der Mitgliedsländer steigen, wobei dieses Alter in Dänemark, Finnland, Italien, den Niederlanden, Portugal und der Slowakei an die durchschnittliche Lebenserwartung gekoppelt wurde. Bis 2060 wird das normale Renteneintrittsalter der Männer in der OECD um 1,5 Jahre und das der Frauen um 2,1 Jahre auf dann knapp 66 Jahre steigen.

In Deutschland lag das durchschnittliche Renteneintrittsalter von Männern 2016 bei 63,3 Jahre und das von Frauen bei 63,2 Jahren. In Frankreich waren es 60,0 (Frauen: 60,3), in Italien 62,1 (61,3) Jahre und in Großbritannien 64,6 (63,2) Jahre. Am ältesten sind bei Renteneintritt Koreanerinnen (72,2 Jahre) und Koreaner (72,0 Jahre).

Gemessen an der durchschnittlichen Lebenserwartung leben deutsche Männer nach dem Renteneintritt noch 19,5 Jahre und Frauen 22,6 Jahre. In Frankreich sind es 23,6 und 27,6 Jahre, in Italien 21,8 und 25,6 Jahre.

Die OECD geht davon aus, dass im Jahr 2025 in Deutschland auf 100 erwerbstätige Personen 41,4 (2015: 34,8) Rentner kommen werden. In Frankreich werden es demnach 40,9 (33,3) sein und in Italien 45,6 (37,8). Bis zum Jahr 2075 soll diese Zahl in Deutschland auf 63,1 Rentner steigen, in Frankreich auf 55,8 und in Italien auf 67,0.

== 
                   Lebensjahre nach     Gesetzl. Nettorente in % 
                   Renteneintritt       Durchschnittsgehalt 
                       m    w               m     w 
 
Frankreich           23,6  27,6           74,5   74,5 
Italien              21,8  25,6           93,2   93,2 
Spanien              21,5  25,3           81,8   81,8 
Luxemburg            21,7  25,2           88,4   88,4 
Belgien              21,3  26,1           66,1   66,1 
Österreich           21,0  25,4           91,8   91,8 
Griechenland         20,6  25,5           53,7   53,7 
Finnland             20,0  23,7           65,0   65,0 
Niederlande          19,9  23,6          100,6  100,6 
Slowenien            19,8  24,9           56,7   59,2 
Deutschland          19,5  22,6           50,5   50,5 
Großbritannien       19,3  22,9           29,0   29,0 
Dänemark             19,1  22,2           80,2   80,2 
Schweiz              19,0  23,3           44,9   44,5 
Schweden             18,7  21,9           54,9   54,9 
Norwegen             18,1  22,0           48,8   48,8 
Slowakei             17,9  23,4           83,8   83,8 
Tschechien           17,9  23,1           60,0   60,0 
USA                  17,2  20,6           49,1   49,1 
Ungarn               15,6  21,9           89,6   89,6 
Estland              15,6  20,1           57,4   57,4 
Lettland             15,6  21,7           59,5   59,5 
Japan                15,5  21,1           40,0   40,0 
Portugal             15,2  21,7           94,9   94,9 
 
Quelle Daten: OECD 
== 

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

(END) Dow Jones Newswires

December 05, 2017 05:00 ET (10:00 GMT)

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© 2017 Dow Jones News
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