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BERLIN (dpa-AFX) - Kurz vor Ende der Bieterfrist für Air Berlin
Weil etliche Piloten sich krankgemeldet hatten, waren am Dienstag und Mittwoch rund 200 Flüge ausgefallen. Am Donnerstag flogen die rot-weißen Maschinen nach Unternehmensangaben wieder weitgehend nach Plan. "Immer mehr Piloten melden sich fit zum Dienst", sagte eine Sprecherin. Es gab etwa zehn Streichungen.
Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hatte vor
vier Wochen Insolvenz angemeldet und wird noch durch einen
150-Millionen-Euro-Kredit des Bundes in der Luft gehalten. Es gibt
eine Reihe von Interessenten für Airline, die seit Jahren rote
Zahlen schreibt, aber begehrte Start- und Landrechte hält.
Verhandelt wird unter anderem mit dem Branchenprimus Lufthansa
Über Niki Laudas Pläne hatte zuerst die Wiener Zeitung "Kurier"
berichtet. Demnach will die Allianz für 38 Air-Berlin-Maschinen und
ihrer Tochter Niki ein Angebot abgeben. Der Gründer und frühere
Besitzer der Niki will den Angaben zufolge 51 Prozent des
Konsortiums übernehmen und künftig ausschließlich touristische Ziele
anfliegen. Für Fluggäste solle die Condor-Mutter Thomas Cook
Der Unternehmer Lauda hatte Niki selbst gegründet und war mehrere Jahre Eigentümer. Auf Niki hat es auch die Lufthansa abgesehen, die zudem einen Teil der Langstreckenflugzeuge übernehmen will. Die Verhandlungen laufen seit Monaten. Der deutsche Marktführer könnte rund 90 der 144 Flugzeuge übernehmen, hieß es zwischenzeitlich.
Der Konkurrent Ryanair
Die Entscheidung sollen die Gläubiger am 21. September fällen.
Verhandelt wird laut Air Berlin mit drei weiteren Airlines, darunter
nach Medienberichten Easyjet
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kritisierte die Piloten. "Viel Verantwortungsbewusstsein sehe ich bei denjenigen, die sich da kollektiv krank gemeldet haben, nicht", sagte Schäuble der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstagausgabe). Er sprach von einer streikartigen Häufung von Krankmeldungen.
Die Vereinigung Cockpit verteidigte unterdessen die Kollegen. Die Pilotengewerkschaft sprach von einer Extremsituation mit Existenzängsten und psychischen Belastungen, in der der eine oder andere Pilot sich nicht mehr in der Lage gesehen habe, "konzentriert seiner Arbeit nach zu gehen und einen sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten"./bf/DP/zb
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AXC0172 2017-09-14/14:00
