Von Thomas Leppert
FRANKFURT (Dow Jones)--Mit einer freundlichen Tendenz sind die Börsen in Europa in die neue Woche gestartet. Gleich zum Handelsbeginn stieg der DAX mit 12.997 Punkten auf ein Rekordhoch, die 13.000er-Marke verpasste er also nur knapp. Spannend wird es im Verlauf der Woche, wenn die ersten Zahlen der neuen Berichtssaison über die Ticker laufen. Der DAX handelt aktuell 0,3 Prozent höher bei 12.988 Punkten, der Euro-Stoxx-50 legt um 0,3 Prozent zu. In den USA bleiben die Anleihemärkte wegen des Columbus Day geschlossen, damit dürfte die Wall Street mit angezogener Handbremse fahren.
Das geopolitische Umfeld zeigt sich nach dem Wochenende wenig verändert. So hat sich US-Präsident Donald Trump erneut mit harschen Worten gegen diplomatische Bemühungen zur Beilegung des Atomstreits mit Nordkorea ausgesprochen. Die Lage in Spanien zeigt sich wenig verändert. Am Dienstagabend will Regierungschef Carles Puigdemont das Regionalparlament über die "aktuelle politische Situation" nach dem Unabhängigkeitsvotum informieren. An der Börse wird davon ausgegangen, dass Puigdemont die Abwanderungs-Drohungen der Wirtschaft ins Kalkül zieht, der Aktienmarkt in Spanien gehört mit einem Plus von 0,7 Prozent zu den Gewinnern.
Strategie von K+S kommt an der Börse nicht gut an
Die K+S-Aktie steht unter Druck. "An der Börse hatte man gehofft, dass das Unternehmen das Salzgeschäft an die Börse bringt", so ein Aktienhändler. Das Unternehmen will dagegen seine beiden Bereiche integrieren, was ab Ende 2020 zu deutlichen Synergieeffekten führen soll. Mit langfristigen Zielen von Unternehmen haben Marktteilnehmer so ihre Probleme. "Es ist nahezu unmöglich, Prognosen über einen Zeitraum von 13 Jahren zu treffen", so der Aktienhändler weiter. Daher werde dem ambitionierten Ziel, das operative Ergebnis bis 2030 auf 3 Milliarden Euro zu steigern, nur eine geringe Bedeutung zugemessen. Für die Aktie geht es in Folge um gut 3 Prozent nach unten.
Airbus fliegt seinen Zielen hinterher
Der Gegenwind für Airbus (minus 1,8 Prozent) nimmt zu. Während die seit Jahren andauernden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München gegen den Flugzeugbauer wegen möglicher Schmiergeldzahlungen kurz vor dem Abschluss stehen, gerät darüber hinaus auch noch das Jahresziel von 720 Auslieferungen aus dem Blick. Per September kommt das Unternehmen auf 454 Flugzeuge, zum Erreichen der Vorgabe müssten im Schlussquartal 266 Flugzeuge ausgeliefert werden. Einige Investoren dürften zu dem US-Wettbewerber Boeing schauen, bei dem es momentan gut läuft. Während die Europäer 271 neue Order hereinholten, konnte Boeing 498 Aufträge einsammeln.
Nach BNP nun auch Credit Agricole mit Interesse an Coba
Nachdem der französischen BNP Paribas in der Vorwoche eine mögliche Liaison mit der Commerzbank nachgesagt wurde, brachte sich am Wochenende mit der Credit Agricole (CA) ein weiterer französischer Werber ins Spiel. So sagte der CA-Vorstandschef Philippe Brassac in einem Interview mit dem Handelsblatt, sein Haus würde die Option prüfen, sollte die Commerzbank tatsächlich zum Verkauf stehen. Kurzfristig dürfte dies allerdings nicht der Fall sein, da die Bundesregierung den 15-Prozent-Anteil an der Commerzbank nicht mit Verlust verkaufen dürfte. Um Null auf Null aus der Beteiligung zu kommen, müsste der Kurs der Commerzbank allerdings noch über 18 Euro je Aktie zulegen, heißt es dazu aus dem Handel. Für die Aktie der Commerzbank geht es um 0,2 Prozent nach oben.
Türkische Lira unter Druck
Am Devisenmarkt steht die türkische Lira stark unter Druck, nachdem sich die Spannungen zwischen der Türkei und den USA weiter verschärft haben. Beide Staaten schränken die Bearbeitung von Visa-Anträgen für das jeweils andere Land ein. Nachdem die US-Botschaft in Ankara am Sonntag zunächst mitgeteilt hatte, dass die Bearbeitung türkischer Visa-Anträge mit sofortiger Wirkung ausgesetzt worden sei, zog die Türkei kurz darauf nach. Die USA hatten die Entscheidung nach der Festnahme eines türkischen Mitarbeiters im US-Konsulat in Istanbul bekanntgegeben. Der Mann, der laut Ankara der Gülen-Bewegung angehören soll, war am Mittwoch wegen "Spionage" und Umsturzversuchs angeklagt worden. Die Börse in Istanbul bricht um 3,6 Prozent ein.
=== INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD Euro-Stoxx-50 3.612,45 0,25 9,13 9,78 Stoxx-50 3.199,15 0,29 9,18 6,26 DAX 12.985,60 0,23 29,66 13,10 MDAX 25.882,14 -0,38 -99,22 16,64 TecDAX 2.495,87 0,10 2,39 37,76 SDAX 12.035,70 0,16 18,95 26,43 FTSE 7.518,00 -0,06 -4,87 5,25 CAC 5.369,29 0,18 9,40 10,43 Bund-Future 161,32 0,22 0,76 DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 7.59 Uhr Fr, 17.14 Uhr % YTD EUR/USD 1,1726 -0,09% 1,1737 1,1720 +11,5% EUR/JPY 132,14 +0,01% 132,14 132,24 +7,5% EUR/CHF 1,1474 -0,04% 1,1478 1,1469 +7,1% EUR/GBP 0,8942 -0,14% 0,8954 1,1129 +4,9% USD/JPY 112,69 +0,09% 112,59 112,82 -3,6% GBP/USD 1,3115 +0,07% 1,3106 1,3043 +6,3% ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 49,53 49,29 +0,5% 0,24 -13,2% Brent/ICE 55,69 55,62 +0,1% 0,07 -5,1% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.280,07 1.276,75 +0,3% +3,32 +11,2% Silber (Spot) 16,91 16,82 +0,5% +0,08 +6,2% Platin (Spot) 917,90 916,50 +0,2% +1,40 +1,6% Kupfer-Future 3,03 3,03 +0,1% +0,00 +20,0% ===
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October 09, 2017 04:03 ET (08:03 GMT)
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