BERLIN (Dow Jones)--Vom neuen Hauptstadt-Großflughafen heben noch keine Flugzeuge ab, der BER kostet den Steuerzahler gleichwohl jeden Monat 10 Millionen Euro. Das Geld geht vor allem für die Bauherrenleistung, Objektüberwachung, Projektsteuerung, Sicherheitsdienstleistungen sowie Baustrom, Wasser und Kälte drauf, wie aus einer am Montag veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht.
In ihrer Antwort auf die Fragen der Grünen gibt sich die Bundesregierung als BER-Aufsichtsratsmitglied darüber hinaus weitgehend ahnungslos. Bei der Frage nach der Seriosität des aktuell im Raum stehenden Eröffnungstermins - Oktober 2020 - weicht sie aus. Das zuständige Bundesverkehrsministerium hat dazu offenbar keine eigenen Erkenntnisse und verweist nur auf die Flughafengesellschaft: "Die Geschäftsführung der FBB hält den neuen Eröffnungstermin für unternehmerisch verantwortlich und die Terminierung für valide."
Die Regierung beziffert die BER-Gesamtkosten zwar mit 5,34 Milliarden Euro, bezieht sich dabei aber lediglich auf die "finanzierungsrelevante Gesamtkostenprognose" der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB). Dieser Prognose liegt allerdings noch der alte Eröffnungstermin (zweites Halbjahr 2017) zugrunde.
"Die Neuaufstellung der BER-Kostenprognose ist noch nicht abgeschlossen", schreibt die Bundesregierung und muss zudem einräumen, dass die Liquiditätsplanung nur das Jahr 2018 abdeckt.
Kontakt zum Autor: stefan.lange@wsj.com
DJG/stl/jhe
(END) Dow Jones Newswires
February 05, 2018 10:18 ET (15:18 GMT)
Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
