BERLIN (Dow Jones)--Der Chef des Darmstädter Dax-Konzerns Merck KGaA kritisiert die Handelspolitik der US-Regierung. "Handelskriege sind fatal und waren in der Geschichte schon mal Vorboten schwieriger Zeiten", sagt Stefan Oschmann, der Vorsitzende der Geschäftsleitung. Der Spitzenmanager reagiert damit auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Schutzzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte einzuführen. "Unternehmerisch sehen wir keine sinnvolle Alternative zum freien Welthandel", so Oschmann im Gespräche mit der "Welt am Sonntag" (WamS).
Oschmann, der seit 2017 auch Präsident des europäischen Pharmaverbands EFPIA ist, äußert sich zudem sehr besorgt über den Austritt Großbritanniens aus der EU. Er rate all seinen Kollegen in der EU: "Stellt euch in euren Szenarien auch auf einen möglicherweise harten Brexit ein. Den zu managen wird schon allein logistisch ein Albtraum."
Jeden Monat würden 45 Millionen Packungen Medikamente aus Großbritannien in die EU transportiert, 35 Millionen gingen von der EU nach Großbritannien. Zudem sei die Qualitätskontrolle im Arzneimittelsektor größtenteils in Großbritannien angesiedelt, ebenso wie die Firmen, die dafür rechtlich zuständig seien. "Es wird zweifellos ungeheuer schwierig werden, all das zu entflechten", sagt Oschmann.
Sogar bei der Versorgung von Patienten drohten im Zuge des Brexits Probleme. "Engpässe sind leider denkbar, ja", sagt Oschmann. "Deshalb müssen wir diese administrative Herausforderung jetzt auch zügig angehen."
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March 04, 2018 05:56 ET (10:56 GMT)
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