Die Wall Street dürfte sich am Freitag als zweigeteilte Börsenwelt präsentieren. Während Technologiewerte und damit die Nasdaq von überzeugenden Geschäftsausweisen der Schwergewichte Amazon, Microsoft und Intel profitieren dürften, stellen sich Händler dagegen am breiten Markt auf leichte Verluste ein. Der Aktienterminmarkt deutet auf eine uneinheitliche Eröffungstendenz am Kassamarkt hin. Amazon klettern vorbörslich um 7,1 Prozent, Microsoft um 3,5 Prozent und Intel um 9,1 Prozent.
Auf Wochensicht dürften die US-Börsen insgesamt erstmals seit drei Wochen mit Abgaben aus dem Handel gehen. Zum Schlussstand des Vortages verbuchten Dow-Jones-Index, S&P-500 und Nasdaq-Composite bislang Wochenverluste von 0,6 bzw. 0,1 und 0,4 Prozent.
An der "Zinsfront" herrscht derweil Ruhe, denn die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fällt wieder etwas deutlicher unter die furchteinflössende 3-Prozentmarke. Aber mit dem noch vor der Startglocke zur Veröffentlichung anstehenden US-BIP könnte die Zinsdebatte und damit ein Sprung der Marktzinsen nach oben ganz schnell von neuem beginnen und den Aktienmarkt wie an den vergangenen Tagen belasten. Sollte die brummende US-Wirtschaft im ersten Quartal stärker als ohnehin schon prognostiziert gewachsen sein, dürften Zinserhöhungen wieder auf der Tagesordnung stehen.
Für Kaufzurückhaltungen sorgen auch die Handelsgespräche zwischen Washington und Peking in der kommenden Woche. Ins Wochenende wolle man daher nicht mit zuviel Risiko gehen. Gerade die jüngsten Schritte der US-Regierung gegen den chinesischen Telekommunikationsausrüster ZTE zeigten die Entschlossenheit von US-Präsident Donald Trump, im Handelskonflikt nicht nachzugeben. Das nächste chinesische "Opfer" könnte Huawei heißen, so Stimmen im Handel.
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April 27, 2018 06:20 ET (10:20 GMT)
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