(neu: Aussagen aus Pressekonferenz zu Führungsrolle, Kooperation mit Eurowings, Gespräche mit Easyjet)
DUBLIN/WIEN/DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der irische Billigflieger Ryanair
Doch jetzt könnte dem Kranich-Konzern ein schärferer Preiskampf
drohen als gedacht. "Ich stehe für Wettbewerb und jeder weiß, dass
ich Monopolen kritisch gegenüberstehe", sagte Lauda. Der
Luftfahrtunternehmer lud am Dienstag nach Düsseldorf, um die jüngste
Wende in der Schlacht um die Reste der pleite gegangenen Air Berlin
Laudamotion ist die Nachfolge-Airline der früheren
Air-Berlin-Tochter Niki, die Lauda einst selbst gegründet hatte. Im
Zuge der Air-Berlin-Pleite kaufte er Niki Anfang 2018 für knapp 50
Millionen Euro zurück - nachdem die Übernahme durch die Lufthansa
Geht es nach Ryanair-Chef Michael O'Leary, rollen die Iren den Luftfahrtmarkt in Deutschland und Österreich weiter auf. Laudamotion soll zu einem neuen Billigflieger werden - und sowohl im Linienverkehr als auch für Reiseveranstalter unterwegs sein, sagte er. Und mit Ryanairs Hilfe könne die Gesellschaft auf einem Markt, der von der Lufthansa-Gruppe dominiert wird, stärker wachsen. Die Iren kaufen zunächst knapp ein Viertel von Laudamotion und wollen so schnell wie möglich mit rund 75 Prozent die Mehrheit übernehmen - wenn die EU-Kommission zustimmt.
Der gesamte Kaufpreis liegt den Iren zufolge bei weniger als 50
Millionen Euro, die gleiche Summe schießen sie für Geschäftsaufbau
und Betriebskosten zu. Helfen will Ryanair auch beim Ausbau der
Laudamotion-Flotte von 14 auf rund 20 Flugzeuge in diesem Sommer.
Binnen zwei Jahren soll sie auf 30 Maschinen aus der
Airbus-A320-Reihe
Noch am Freitag hatte Lauda Gerüchte über einen Ryanair-Einstieg
dementiert. "Ich weiß davon null - und kann deshalb auch nichts
weiter darüber sagen", hatte er in Wien erklärt. Nun wehrte er sich
gegen den Eindruck, er habe nur als Strohmann für Ryanair agiert,
nachdem die Iren beim Ringen um die Air-Berlin-Reste nicht zum Zuge
gekommen waren. "Ich bin da gesessen bis um halb fünf in der früh
und habe fünfzig Millionen hingeblattelt, damit ich den Niki da
herausrette", sagte er. Dann habe er sich umgeschaut und auch mit
dem britischen Billigflieger Easyjet
Noch sind Laudas Flieger nicht in der Luft. Der Flugbetrieb soll in
Kürze starten - dank einer Vertriebskooperation mit dem Reisekonzern
Thomas Cook
Dabei könnten Ryanair wie Lauda auch als Arbeitgeber zueinander passen. Lauda hatte Techniker, Piloten und Flugbegleiter bei Niki jahrelang über eine Personalleasing-Firma beschäftigt. Ryanair beschäftigt viele Besatzungsmitglieder über externe Personaldienstleister - und wehrte sich bis vor kurzem komplett gegen den Einfluss von Gewerkschaften. Nach Streikdrohungen gibt es inzwischen doch Gespräche mit Piloten-Vereinigungen - und auch Laudamotion verhandelt mit den Mitarbeitern über einen Tarifvertrag. Lauda selbst zeigte sich zuletzt überzeugt, bald zu einem positiven Abschluss zu kommen./stw/wdw/swa/ajx/fba
--- Von Steffen Weyer, dpa-AFX, und Wolf von Dewitz, dpa ---
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