Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben wegen der Sorge vor einem globalen Handelskrieg erneut einen Dämpfer bekommen. Das Konjunkturbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fiel um 12,7 Punkte auf 5,1 Zähler, wie das ZEW-Institut am Dienstag in Mannheim mitteilte. Es ist bereits der zweite Rückgang in Folge, und er fiel stärker als erwartet aus. Bankvolkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf 13,0 Punkte gerechnet.
Die Bewertung der aktuellen Lage ging ebenfalls zurück. Der Indexwert fiel um 1,6 Punkte auf 90,7 Zähler und entfernte sich damit nur leicht vom Rekordhoch, das im Januar bei 95,2 Punkten erreicht worden war.
Jüngste Strafzölle der USA auf Stahl und Aluminium lasten auf der Stimmung der Finanzprofis. "Die Sorge vor einem durch die USA ausgelösten globalen Handelskonflikt lässt die Experten vorsichtiger in die Zukunft blicken", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach.
Außerdem erkannte Wambach in der Kursstärke des Euro eine Belastung für die Exportnation Deutschland. Ein starker Euro macht deutsche Waren außerhalb des Euroraums teurer und bremst so die Nachfrage in wichtigen Exportmärkten wie den USA oder China.
Die ZEW-Konjunkturumfrage gilt als einer der wichtigsten Stimmungsindikatoren Deutschlands. Befragt werden 220 Analysten und Profianleger./jkr/bgf/fba
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