Die Aktien von WPP
Sorrell lege sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder, teilte der weltgrößte Werbekonzern am Wochenende mit. WPP hatte Anfang April firmeninterne Ermittlungen wegen eines möglichen Fehlverhaltens eingeleitet. Sorrell wies die Vorwürfe zurück.
Die Analysten der Credit Suisse senkten laut einer Studie vom Montag
bei unveränderter "Neutral"-Einstufung ihr Kursziel für WPP von 1400
auf 1300 Pence. Eine Kombination aus zusätzlichen Risiken durch den
Chef-Weggang und einer Senkung ihrer Gewinnschätzungen sei dafür der
Grund. Kurzfristig wirke der Rücktritt negativ, längerfristig sei er
aber unabdingbar gewesen. WPP müsse nun möglicherweise eine ähnliche
Strategie wie Konkurrent Publicis
WPP hatte in letzter Zeit mit erheblichen Problemen zu kämpfen gehabt. So drückt der Sparzwang auf die Werbebudgets der Kunden. Hinzu kommen Tech-Innovationen, die die Werbebranche umkrempeln. Im vergangenen Jahr musste WPP dreimal seine Wachstumsprognosen revidieren. Und auch für 2018 bleiben die Aussichten trübe.
Die Analysten von Liberum sehen für den Aktienkurs gleichwohl Licht am Ende des Tunnels. Sorrells Rücktritt werde die Spekulationen über die Zukunft des Konzerns anheizen, schrieben sie in einer aktuellen Studie. Sie sehen nun eine klare Möglichkeit, dass WPP das Marktforschungssegment und auch das PR-Geschäft verkaufen werde. Die Bewertungslücke zu den Aktien anderer Werbekonzerne dürfte sich schließen. Sie raten zum Kauf mit einem Kursziel von 1750 Pence./ajx/bek/jha/
ISIN JE00B8KF9B49
AXC0095 2018-04-16/11:05
