Von Olaf Ridder
FRANKFURT (Dow Jones)--Während Bayer mit der geplanten Monsanto-Übernahme die Zielgerade erreicht hat, belastet die Dollarschwäche das eigene Geschäft. Alle Konzernbereiche verbuchten im ersten Quartal rückläufige Umsätze und mit Ausnahme der Tiergesundheit auch rückläufige Gewinnzahlen. Negative Währungseffekte schmälern das bereinigte operative Ergebnis in der Größenordnung von 160 Millionen Euro, rechnet man sie heraus, hätte Bayer das Vorjahresergebnis gehalten.
Bereinigt um diese Effekte stieg der Konzernumsatz um 2 Prozent. Wachstum zeigten auf dieser Basis allerdings nur die Tiergesundheit und der größte Konzernbereich Pharma. Probleme hat Bayer aber auch hier. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat Qualitätsmängel in der Produktion ausgemacht, deren Beseitigung Kosten verursachte und das Ergebnis neben höheren Ausgaben für Forschung und Vertrieb um 1,2 Prozent drückten.
Unter dem Strich verdiente Bayer zwischen Januar und März 1,95 Milliarden Euro, ein Minus von 6,2 Prozent. Der Umsatz ging um 5,6 Prozent auf 9,138 Milliarden Euro zurück. Das bereinigte EBITDA als entscheidende operative Messgröße sank um 5,2 Prozent auf 2,896 Milliarden Euro.
Von Vara Research befragte Analysten hatten im Schnitt mit 9,32 Milliarden Euro Umsatz, 2,78 Milliarden Euro bereinigtem EBITDA und 1,46 Milliarden Euro Nettogewinn gerechnet.
Die fünf Wachstumsprodukte im Pharmabereich - der Blutverdünner Xarelto, das Augenmittel Eylea, die Krebsmedikamente Xofigo und Stivarga sowie das Lungenhochdruckmittel Adempas - verzeichneten allerdings starkes Wachstum. Bayer nahm mit ihnen 1,45 Milliarden Euro ein, wechselkursbereinigt ein Plus von 14,1 Prozent.
Im Agrargeschäft wirkte sich der lange Winter in Europa negativ aus. Wegen der Frosttemperaturen zum Quartalsende verschoben sich Umsätze in das zweite Quartal. Auch im Bereich Consumer Health lief das Geschäft nicht gut. Hier sank das bereinigte Ergebnis um ein Fünftel. Ein Lichtblick war die kleinste Sparte Tiergesundheit, in der sowohl der bereinigte Umsatz als auch das Ergebnis zulegten.
Bayer korrigierte auf Basis der Zahlen die Prognose: Umsatz und bereinigtes Ergebnis werden 2018 prozentual niedrig einstellig zurückgehen. Bislang wollte Bayer bei beiden Zahlen das Vorjahresniveau halten. Ohne Währungseffekte ist weiter ein prozentual niedriges bis mittel einstelliges Wachstum geplant, während das bereinigte EBITDA mittel einstellig zulegen soll. Die Ausfälle in der Pharmaproduktion sind in dieser Prognose berücksichtigt.
Allerdings hat die Prognose nur geringen Wert, weil sie die bevorstehende Übernahme von Monsanto nicht berücksichtigt. Mit deren Abschluss rechnet Bayer nach wie vor bis zur Jahresmitte.
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May 03, 2018 06:44 ET (10:44 GMT)
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