Kurz vor dem G7-Gipfel hat sich der frühere SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck für eine Rückkehr Russlands in die Gruppe führender Wirtschaftsmächte ausgesprochen. "Es wäre ein entspannendes Signal, wenn man die Russen fragen würde, ob sie wieder dabei sein wollen", sagte der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums der Deutschen Presse-Agentur. "Damit würde endlich diese Grundspannung, die alle Gespräche überlagert, etwas abgebaut."
Die Annexion der Krim, die 2014 der Grund für den Ausschluss Russlands aus der Staatengruppe war, sollte nach Ansicht Platzecks einer Wiederaufnahme nicht mehr im Wege stehen. "Lasst uns doch die Krim-Frage temporär in eine Kiste packen", sagte er. "Die Europäische Union schreibt drauf: Das werden wir niemals anerkennen. Und die Russen schreiben drauf: Die geben wir niemals wieder her. Und dann stellen wir die Kiste mal ein Stück zur Seite, um über andere Themen reden zu können."
Am Freitag treffen sich die Staats- und Regierungschefs aus den USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Kanada im kanadischen La Malbaie zum 44. G7-Gipfel. Zwischen 2002 und 2014 war Russland Vollmitglied und machte die Gruppe damit vorübergehend zur G8.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte einer Rückkehr Russlands wegen der Krim-Annexion erst am Mittwoch wieder eine Absage erteilt. Auch Außenminister Heiko Maas, ein Parteifreund Platzecks, hat sich dagegen ausgesprochen. "Bisher sind die Voraussetzungen nicht geschaffen worden, dass es da nochmal eine Veränderung gibt", sagte er bereits im April am Rande eines G7-Außenministertreffens in Toronto./mfi/DP/zb
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