BERLIN (Dow Jones)--Nach dem Desaster der CSU bei der Landtagswahl in Bayern hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Mitschuld eingeräumt. Bislang sei es nicht gelungen, "dass die große Koalition das, was sie gemacht hat, auch wirklich deutlich machen konnte", erklärte die Vorsitzende der CSU-Schwesterpartei CDU auf dem Unternehmertag des Großhandelsverbands BGA in Berlin. Im Rückblick müsse man deshalb sagen, dass "viel Vertrauen verloren gegangen ist".
Ihre Lehre aus der Wahl ist für Merkel, "dass ich auch als Bundeskanzlerin dieser großen Koalition stärker dafür Sorge tragen muss, dass dieses Vertrauen da ist und damit auch die Resultate unsere Arbeit sichtbar werden." Die Kanzlerin kündigte an, dass künftig mit Nachdruck zu tun.
Die Christsozialen waren am Sonntag um 10,5 Prozentpunkte auf 37 Prozent abgeschmiert. Sie fuhren damit das schwächste Ergebnis seit 1950 ein und müssen nun mit einem Koalitionspartner regieren. Noch am Sonntag deutete sich ein Bündnis mit den konservativ-ländlichen Freien Wählern an.
In der Union richten sich nun bange Blicke nach Hessen, wo in zwei Wochen der Landtag neu gewählt wird. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) droht ein ähnlicher Absturz wie der CSU, sollten sich die Umfragen bewahrheiten. Bei den beiden Unionsparteien hat deshalb eine Debatte eingesetzt, ob Merkel mittlerweile bei den Wählern als Last angesehen wird. In der im Freistaat gerupften SPD macht sich Panik breit. Die Stimmen, die einen Koalitionsbruch fordern, sind wieder erstarkt.
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October 15, 2018 09:01 ET (13:01 GMT)
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