Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
PROVINZIAL - Seit Jahren verhandeln die Eigner der beiden Provinzial-Konzerne in Münster und Düsseldorf immer wieder über eine Fusion der Versicherer - bislang ohne Erfolg. Die Sparkassen und die kommunalen Landschaftsverbände konnten sich einfach nicht einigen, zu tief waren die Differenzen über die Bewertung der Gesellschaften, Standortfragen, Arbeitsplätze und die Besetzung der Spitzenpositionen. Seit einigen Monaten reden die Parteien wieder, weil die Münsteraner Sparkassenpräsidentin Liane Buchholz Druck gemacht hatte. In der vergangenen Woche haben sie überraschend den Durchbruch erreicht und sich im Grundsatz geeinigt, erfuhr die SZ in Branchenkreisen. Danach soll die fusionierte Gruppe ihren Sitz in Münster haben. Dort soll auch das Ressort Finanzen sitzen. Die Schaden- und Unfallversicherung würde aus Düsseldorf geleitet und die Lebensversicherung aus Kiel, wo die Provinzial Nordwest schon heute diese Aktivitäten gebündelt hat. (SZ S. 19)
BOSCH - In der Abgasaffäre liefert Bosch Ermittlern jede Menge Belastungsmaterial. Der Auto-Zulieferer bleibt so, anders als Volkswagen, von Razzien verschont, weil der in Stuttgart ansässige Konzern so umfassend mit den Ermittlern kooperiert wie kein anderer in der Abgasaffäre. Die Behörden bekommen alles frei Haus. (SZ S. 17)
FORD - Der US-Autobauer Ford will das Europageschäft radikal umbauen. Nach einem Bericht der Sunday Times sollen in Europa bis zu 24.000 Jobs bedroht sein. Ford wies das zwar als "Spekulation" zurück. Aber eins ist klar: Das Unternehmen steht vor einem massiven Umbau. Erst im Juli hatte Ford-Chef Jim Hackett angekündigt, 11 Milliarden Dollar in die Restrukturierung des Europageschäfts zu stecken. "Wir sind extrem unzufrieden mit unserer Leistung in Europa und China", sagte er nach den jüngsten Quartalszahlen. Deutschland ist zwar profitabel. Aber in Dearborn schaut man auf Europa als Ganzes. Ford muss sich in Zeiten von E-Mobilität, veränderten Vorlieben der Kunden und Strafzöllen des Präsidenten neu erfinden. (Handelsblatt S. 17/Welt S. 9)
DAIMLER - Mit der Weltpremiere des Geländewagens EQC am Dienstag startet Mercedes-Benz eine Aufholjagd bei Elektroautos. "Ich bin optimistisch, dass die Nachfrage hoch sein wird", sagte Entwicklungschef Ola Källenius. "Wir werden unsere weltweite Elektro-Offensive unabhängig von der Frage durchziehen, ob es in einem Land staatliche Kaufanreize gibt oder nicht." Er räumte ein, dass diese Offensive die Gewinne schmälern wird. "Es ist klar, dass die Kosten eine der großen Herausforderungen sind, weil sie bei Elektroautos höher sind, als wir es bei Verbrennungsmotoren gewohnt sind." Mit deutlich steigenden Produktionszahlen und einem hohen Innovationstempo soll dieser Nachteil schwinden, so der Daimler-Vorstand. (Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten)
ATHORA - In den wachsenden Markt für die Abwicklung von Lebensversicherungsbeständen kommt noch mehr Bewegung: Athora (ehemals Athene) greift an. Der neue Deutschland-Chef Christian Thimann hat seiner Gesellschaft eine neue Strategie verordnet und fährt nun zweigleisig. Athora bietet neben der kompletten Übernahme von Lebensversicherern oder ihren Beständen auch eine Rückversicherungslösung an. Dabei übernimmt ein Risikoträger in Irland oder Bermuda die wesentlichen Risiken eines Lebensversicherers auf der Aktiv- und der Passivseite der Bilanz. Die ursprüngliche Kundenbeziehung bleibt aber erhalten. Thimann ist gerade dabei, das Geschäftsmodell in Deutschland zu etablieren: "Wir sondieren den Markt und sind in Gesprächen mit Unternehmen." (Börsen-Zeitung S. 1)
Die europaweit tätige Athora Holding hat von ihren Investoren im vergangenen Jahr 2,2 Mrd. Euro Kapital bekommen. In Irland und Belgien hat die Gesellschaft seitdem bereits Bestände übernommen, in Deutschland ging Athora bei den jüngsten Transaktionen leer aus.
SONY - Sony will sein Smartphone-Geschäft trotz deutlicher Einbrüche weiterführen. "Wir denken gar nicht daran, aufzuhören", sagte Sony-Mobile-Chef Mitsuya Kishida. Damit widerspricht Kishida Spekulationen, die nach der Vorlage der jüngsten Verkaufszahlen Auftrieb bekamen. Im letzten Quartal konnte Sony nur noch 2 Millionen Smartphones losschlagen. Im Vorjahresquartal waren es noch 3,4 Millionen Geräte gewesen. Sony hatte Kishida im April auf den Chefposten gehoben, um das Geschäft wieder anzukurbeln. Große Hoffnungen setzt er auf die nächste Mobilfunkgeneration 5G. (Welt S. 12)
SIG COMBIBLOC - SIG Combibloc steht vor der Rückkehr an die Schweizer Börse. Der nach Tetra Pak weltweit größte Hersteller von Kartonverpackungen will mit der Ausgabe neuer Aktien rund 1 Milliarde Euro einstreichen. Damit soll die Schuldenlast von bisher 2,5 Milliarde Euro gesenkt werden. (Börsen-Zeitung S. 7)
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September 04, 2018 00:23 ET (04:23 GMT)
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