Überzeugende Erklärungen für die Aufschläge des Vortages und die zu erkennen gewesene Risikoneigung liefern Händler an der Wall Street auch am Mittwoch nicht. Allerdings scheinen die am Vortag ausgeblendeten Sorgen zur Wochenmitte wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken. Der drohende konjunkturelle Abschwung bremst diesmal die Kauflaune - anders als am Vortag. Der Aktienterminmarkt deutet auf eine knapp behauptete Handelseröffnung am Kassamarkt hin.
Händler sprechen von einer Mischung aus zuletzt schwachen Konjunkturdaten und einer inversen Zinsstrukturkurve, bei der die zehnjährigen US-Staatsanleihen unterhalb kurzfristiger Geldmarkttitel mit drei Monaten Laufzeit rentieren. "Jeder spricht über die inverse Zinskurve. Historisch betrachtet dauert es noch ein Jahr oder auch nur ein halbes bis zur nächsten Rezession", sagt Portfolioverwalterin Mariann Montagne von Gradient Investments. Aber ein solcher Zeitraum sei eine lange Zeit am Markt. "Erfolgreiche Handelsgespräche zwischen China und den USA könnten den Ausblick wieder verändern. Ein Abkommen muss auch nicht perfekt ausfallen, doch jede Vereinbarung würde helfen."
Analysten machen noch ein anderes Problem aus, dass an den Börsen gern ignoriert wird. Die unterstützende Geldpolitik der Notenbanken kaschiere die übergelagerten wirtschaftlichen Wachstumsprobleme, heißt es im Handel. "Die Schwierigkeit mit der Fed besteht darin, dass sie derart taubenhaft daherkommt, dass die Frage am Markt aufkommt, was mit dem Wachstumsausblick nicht stimmt", warnt Investmentstrategin Esty Dwek von Natixis Investment Managers.
Von anderer Seite ist von Zurückhaltung vor den Probeabstimmungen im britischen Unterhaus zum Brexit die Rede. Dabei soll in London ausgelotet werden, für welche Art von Brexit es möglicherweise Mehrheiten im Parlament gibt. Die Ungewissheit bremse die Kauflust, heißt es.
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March 27, 2019 07:17 ET (11:17 GMT)
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