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Umweltbundesamt will Renaissance des Bergbaus im Erzgebirge

Von Christian Grimm

BERLIN (Dow Jones)--Das Umweltbundesamt (UBA) hat sich für ein Wiederaufleben des Bergbaus im Erzgebirge ausgesprochen. Deutschland könne dort zeigen, wie man Rohstoffen umweltverträglich abbaue, sagte UBA-Chefin Maria Krautzberger bei einer Rohstoff-Konferenz in Berlin.

Bis 2060 wird sich nach der Prognose der Industrieländerorganisation OECD die weltweite Nachfrage nach Rohstoffen verdoppeln. "Wir müssen vor der eigenen Haustür vormachen, wir sind in der Lage so etwas an einem Best-Practice-Beispiel exemplarisch durchzuspielen", sagte Krautzberger.

Im Erzgebirge in Sachsen finden sich zum Beispiel Zinn, Zink, Indium und Kupfer. In den vergangenen Jahren sorgten immer wieder Meldungen über eine Renaissance des historischen Wirtschaftszweiges für Wirbel. Die DDR-Führung hatte wegen der Rohstoffknappheit des Landes die Lagerstätten gut erkundet. Die Bergakademie in Freiberg zählt zu den besten Hochschulen weltweit auf ihrem Gebiet. Die Förderung in Deutschland ist allerdings teurer als in vielen anderen Ländern.

Heimische Stollen decken Nachfrage nicht 
 

Der Hunger nach Rohstoffen nimmt zu, weil einerseits die Weltbevölkerung wächst und weil andererseits für neue Technologien wie Elektroautos, Smartphones und Windturbinen viele Metalle benötigt werden. Die Industriemacht Deutschland zählt zu den größten Importeuren. Die steigende globale Nachfrage wird sich nach Einschätzung des UBA nicht durch heimische Gruben oder Recycling decken lassen.

Wegen drohender Umweltschäden in den Förderländern, wie zuletzt der Dammbruch an einer Eisenerzmine in Brasilien gezeigt hat, forderte Krautzberger strenge Umweltstandards für den Bergbau. "Wir sollten mit der EU auf international verbindliche Umweltstandards entlang der Lieferkette vom Bergwerk bis zur Rohstoffaufbereitung drängen", sagte sie.

Ihr schwebt ein Siegel vor, das der Industrie in Europa Umweltverträglichkeit und gerechte Behandlung der Bergmänner anzeigt. Als Beispiel nannte sie das Fair-Trade-Siegel bei Lebensmitteln wie Kaffee. In Afrika und Südamerika werden Rohstoffe teilweise unter unwürdigen Umständen aus der Erde geholt. Kinder arbeiten in den Minen oder die Gewinne fließen in die Taschen bewaffneter Gruppen, die damit Gewalt finanzieren.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/chg/jhe

(END) Dow Jones Newswires

February 19, 2019 06:27 ET (11:27 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.

© 2019 Dow Jones News
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