Die Bundesregierung vernachlässigt in ihrer Klimapolitik aus Sicht eines Wirtschaftsverbandes das Kunststoff-Recycling. "Der Staat hält seine Bürger zur Mülltrennung an, verhindert aber gleichzeitig durch überholte Vorschriften den vermehrten Einsatz hochwertiger Kunststoffrecyclate", sagte der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, der Deutschen Presse-Agentur.
Der Verband wirft der Regierung vor, das Thema in ihrem Klimapaket "vergessen" zu haben. "Die Bundesregierung muss endlich den Weg dafür freimachen, dass deutlich mehr Plastikabfall aus dem gelben Sack Wiederverwendung als Kunststoff findet", sagte Ohoven. Der Staat solle die Verwendung von Recyclaten, also von Recycling-Material, staatlich fördern. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) habe "es in der Hand, der Umweltverschmutzung durch Plastikmüll und Mikroplastik erheblich stärker Einhalt zu gebieten".
Seit Anfang 2019 gilt in Deutschland ein neues Verpackungsgesetz, um das es zuvor sehr lange Streit gab. Darin ist festgeschrieben, dass die dualen Systeme, die die Abholung und Verwertung von Abfall organisieren, den Herstellern Anreize setzen müssen, ihre Verpackungen recyclingfähiger zu gestalten. Zudem wurden die Recyclingquoten erhöht./dav/DP/jha
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