Die Hoffnung auf eine baldige Regierungsbildung hat italienische Staatsanleihen am Mittwoch starken Auftrieb verliehen. Im Gegenzug fiel die Rendite, die Anleger beim Kauf der Papiere erhalten, auf ein Rekordtief. Richtungsweisende zehnjährige Anleihen des Landes warfen im Tief 1,02 Prozent ab - so wenig wie noch nie.
Der Zinsabstand zu deutschen Bundesanleihen fiel im Gegenzug auf den tiefsten Stand seit Mai 2018. Bundesanleihen gelten an den Finanzmärkten als eine der sichersten Anlagen. Deshalb wird ihre Rendite als Qualitätsmaßstab herangezogen. Aufgrund der hohen Bonität Deutschlands und des allgemein sehr niedrigen Zinsniveaus rentieren deutsche Anleihen über alle Laufzeiten hinweg negativ. Für zehn Jahre liegt die Rendite mit minus 0,72 Prozent nur knapp über dem Rekordtief. Anleger erhalten unter dem Strich also nicht nur keinen Ertrag, sie müssen vielmehr etwas bezahlen.
Der Kursauftrieb am italienischen Anleihemarkt hält schon einige Tage an. Ausschlaggebend sind Hoffnungen, dass Neuwahlen vermieden und eine neue Regierung gebildet werden kann. Nach dem Zusammenbruch der letzten Regierung aus Lega und Fünf Sternen sondieren die Sterne derzeit mit den Sozialdemokarten (PD) die Möglichkeiten einer Regierung./bgf/jkr/jha/
AXC0200 2019-08-28/13:09
