Nach dem Übernahme-Angebot des
Chipkonzerns AMS
Die von AMS in Aussicht gestellten jährlichen Synergien von 300 Millionen Euro bei einer möglichen Übernahme bedeuteten nichts anderes als einen "massiven Arbeitsplatzabbau" bei Osram, so die Gewerkschaft. "Das gefährdet das gesamte Unternehmen."
AMS hatte am Dienstag nach Freigabe der Finanzaufsicht Bafin
offiziell ein Übernahmeangebot für Osram vorgelegt. Damit ist das
Bieterrennen um den Lichtkonzern eröffnet. Die Österreicher bieten
38,50 Euro je Aktie, die Frist läuft bis zum 1. Oktober. Der Kauf
kommt nur zustande, wenn mindestens 70 Prozent der Osram-Aktionäre
zustimmen. Parallel läuft ein Angebot der Finanzinvestoren Bain und
Carlyle
Die IG Metall bezweifelt, dass AMS genug Erfahrung hat, um die Komplexität des angeschlagenen Leuchtenherstellers vollständig zu durchdringen. Zudem müsse sich der Wiener Sensorhersteller für die Übernahme hoch verschulden. Zusagen von AMS zur Standortsicherung bei Osram gehen der Gewerkschaft nicht weit genug - auch wenn die Österreicher die LED-Produktion von Asien nach Deutschland verlagern und das Werk Regensburg ausbauen wollen. AMS interessiert sich vor allem für das Autozuliefer- und das Photonik-Geschäft von Osram. Der Osram-Betriebsrat aber fürchtet eine Aufspaltung des Lichtkonzerns.
Osram-Vorstand und -Aufsichtsrat hatten eine Übernahme von Bain Capital und Carlyle favorisiert. Diese bekennen sich zur Konzernstrategie und haben den Osram-Beschäftigten den Erhalt von Standorten und Jobs zugesagt. Indes gelten Finanzinvestoren auch als harte Sanierer: Sie verkaufen übernommene Unternehmen für gewöhnlich nach fünf bis sieben Jahren und wollen dabei einen Gewinn erzielen./als/DP/men
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