Der Europäische Gerichtshof wird am Donnerstag (9.30 Uhr) ein weitreichendes Urteil zu Fremdwährungskrediten in Polen fällen. Die Entscheidung könnte im Land eine Klagewelle nach sich ziehen und die Banken Milliarden kosten (Rechtssache C-260/18).
Im konkreten Fall geht es um einen Kreditvertrag von 2008, der auf Zloty lautete, aber an den Schweizer Franken gekoppelt war. In Polen und in anderen mittel- und osteuropäischen Ländern waren diese Kredite seinerzeit sehr beliebt. Die Banken boten sie zu einem wesentlich günstigeren Zinssatz an als Kredite in Zloty. In den folgenden Jahren stieg der Franken allerdings im Kurs, für die Kreditnehmer stiegen die Ratenzahlungen deutlich an. In Polen sind derzeit noch rund 450 000 dieser Verträge aktiv, in 150 000 weiteren Fällen ist die Tilgung abgeschlossen.
Die Kläger machen geltend, dass die Klausel zur Umrechnung des Kredits nicht rechtens sei. Sollte der EuGH in ihrem Sinne entscheiden, könnte das die Banken Schätzungen zufolge umgerechnet bis zu 18 Milliarden Euro kosten. Das entspricht den Gewinnen von vier bis fünf Jahren des polnischen Bankensektors./asa/DP/nas
AXC0009 2019-10-03/05:49
