FRANKFURT (Dow Jones)--Der Abschwung in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland hat sich wie erwartet fortgesetzt. Der Branchenverband VCI meldete für das dritte Quartal einen Rückgang der Produktion um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Bei leicht rückläufigen Preisen (minus 0,1 Prozent im Quartalsvergleich) sank der Branchenumsatz um 2,4 Prozent auf 45,4 Milliarden Euro. Entlastend wirkte, dass parallel zum Öl auch der Preis für den wichtigsten Rohstoff der Branche - Naphtha - um 11 Prozent sank.
An der im September gesenkten Jahresprognose hielt der VCI gleichwohl fest. 2019 wird die Produktion um 6 Prozent geringer erwartet. Bei leicht steigenden Preisen (plus 1 Prozent) dürfte der Umsatz um 5 Prozent sinken. Der VCI vertritt die drittgrößte Industriebranche Deutschlands.
Zuletzt bekam die Chemieindustrie den Nachfragerückgang vor allem im Inland zu spüren, erklärte der VCI in seinem aktuellen Quartalsbericht. Die Autobranche und andere chemieintensive Industriesektoren entwickelten sich schwach. In ganz Europa seien die Verkäufe schlecht gelaufen. Aber auch die Exporte nach Asien hätten gelitten.
"Die Situation für die Chemie ist aktuell nicht einfach", sagte VCI-Präsident Hans Van Bylen. "Unsere Hauptkunden sowohl in der deutschen als auch der europäischen Industrie sehen sich großen Herausforderungen gegenüber."
Die Kapazitätsauslastung der Branche sank zuletzt auf 81,7 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit acht Jahren.
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November 06, 2019 04:10 ET (09:10 GMT)
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